Bingen – Stadt und Sehenswürdigkeiten

Bingen liegt an der Mündung der Nahe in den Rhein gegenüber dem Rheingaugebirge. Gut 25.000 Einwohner leben in der seit Jahrhunderten vom Weinbau geprägten Stadt, die 2008 Ausrichter der rheinland-pfälzische Landesgartenschau war. Von den positiven städtebaulichen Verbesserungen im Zuge der Blumenschau profitiert das Ortsbild noch heute. In der Innenstadt findet man eine belebte moderne Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften und Gastronomiebetrieben.  Bekannt in der ganzen Welt sind von der Stadt zwei Begriffe: Der Binger Mäuseturm und die Nonne und Mystikerin Hildegard von Bingen.

Aus der Geschichte Bingens: Die Ursprünge Bingens gehen wohl auf die Römer zurück, da die Mündung der Nahe in den Rhein eine verkehrsgünstige Lage bot. Bei Grabungen unter der Kirche St. Martin sind Hinweise auf einen römischen Merkurtempel gefunden worden. Nach turbulenten fränkischen Zeiten kam Bingen 983 in den Besitz des Mainzer Erzbischofs Willigis. Kriege und Brände mit heftigen Zerstörungen prägten die nächsten Jahrhunderten der Stadt, so dass wenig mittelalterliche Bauwerke zu finden sind.

Burg Klopp in Bingen

Bingen – die Burg Klopp über der Stadt
Bingen – die Burg Klopp über der Stadt

Erbaut wurde die Burganlage in Bingen im 13. Jahrhundert. Zusammen mit der Burg Ehrenfels und dem Binger Mäuseturm bildete die Burg Klopp im Auftrage der Kurmainzer die Zollbarriere auf dem Rhein. Vom 16. Jahrhundert an erfolgten mehrmals Zerstörungen und Wiederaufbauten bis die Burg 1712 schließlich gesprengt wurde. Das Grundstück mit der Ruine wechselte bis ins 19. Jahrhundert mehrmals den Besitzer, bis der Binger Bürgermeister Eberhard Soherr im Zuge der Rheinromantik das heute zu sehende neugotische Hauptgebäude bis 1879 als bürgerliche Sommerresidenz errichten ließ. Seit 1897 ist die „neue“ Burg Sitz der Binger Stadtverwaltung. Der auf romanischen Fundamenten stehende gut 37 m hohe Bergfried ist in den Sommermonaten tagsüber geöffnet und kann als Aussichtsturm bestiegen werden.
Weiterlesen Öffnet internen Link im aktuellen FensterBurg Klopp

Kirche St. Martin

Bingen – Blick von der Burg auf die Kirche St. Martin
Bingen – Blick von der Burg auf die Kirche St. Martin
Bingen Kirche St. Martin – Chorraum mit Altar und Kanzel
Bingen Kirche St. Martin – Chorraum mit Altar und Kanzel

Die Ursprünge der Kirche St. Martin liegen weit vor 793, als sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Bereits Erzbischof Willigis verwandelte vor dem Jahre 1000 die Kirche in ein Stift, das bis ins 17. Jahrhundert Bestand hatte. Aus dieser Zeit ist nur die Krypta noch erhalten.

Der heute zu sehende Kirchenbau begann 1403 mit einem Schiff und einem 1416 geweihten Chor. Seitenschiffe und barocke Neubauten folgten bis zu der gründlichen Restaurierung mit zusätzlichen Kapellenanbauten im 19. Jahrhundert durch den Freiburger Dombaumeister Max Meckel. Sehenswert sind im Innenraum der 12 Meter hohe spätbarocke Ziborienaltar von 1768 und die Kanzel.

Binger Mäuseturm

Bingen – Blick von der Burg auf den Mäuseturm
Bingen – Blick von der Burg auf den Mäuseturm

Der fast 25 Meter hohe Mäuseturm wurde Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut. Er diente zusammen mit der Burg Ehrenfels der Sicherung des Rheinzolls und als Signalturm, um die Schiffer vor den Gefahren des engen Binger Lochs zu warnen. Damals war der Turm aus Bruchsteinen gemauert und an der Ostseite war ein dreieckiger Eisbrecher vorgesetzt. Der Ursprung des Mäuseturms war ein viereckig aus Bruchsteinen gemauerter Eckbau. 1689 wurde er von den Franzosen zerstört. 1855 errichteten die Preußen aus den Ruinen den heute noch zu sehenden neuen Turm mit vier Stockwerken als Signalturm für die Schifffahrt. Das Bruchsteinmauerwerk wurde glatt verputzt. Heute ist der Turm das bekannte Wahrzeichen von Bingen. Er kann leider nicht besichtigt werden, ist aber von beiden Rheinufern aus sichtbar.
Weiterlesen Öffnet internen Link im aktuellen FensterBinger Mäuseturm

Alter Kran am Rhein in Bingen

Bingen – der Alte Kran wurde 1487 am Rhein errichtet
Bingen – der Alte Kran wurde 1487 am Rhein errichtet

1487 wurde der Binger Rheinkran errichtet – als erster nachweisbarer Landkran am Rhein zwischen Mainz und Köln. Dies wurde erst durch die 2007 entdeckte Stiftungsinschrift im Kranfundament belegt. Als Finanzquelle für den Binger Landesherren war die Anlage seit dem Mittelalter von Bedeutung, da das Be- und Entladen sämtlicher Schiffe durch den Kran vorgeschrieben war. Da die Anlage großem Verschleiß ausgesetzt war, fanden regelmäßig Reparaturen und Erneuerungen der Mechanik statt. Der Alte Kran, der bis zur Aufschüttung des Rheinufers im Jahr 1890 unmittelbar am Flussufer lag und so lang auch in Betrieb war, ist zwischen 2005 und 2007 vollständig und funktionstüchtig restauriert worden. Angetrieben wird der Kran mit Menschenkraft über zwei große Laufräder. Im Rahmen der Landesgartenschau Bingen 2008 wurde der Kran durch den Bau eines kleinen Hafenbeckens wieder am Wasser platziert.

Rochuskapelle auf dem Binger Rochusberg

Bingen – die dreischiffige spätgotische Rochuskapelle
Bingen – die dreischiffige spätgotische Rochuskapelle

Wie in vielen Städten in Europa wurde im Jahre 1666 auch Bingen nicht von der Pest verschont, die gut 1300 Menschen den Tod brachte. Unter dem Eindruck des schrecklichen Ereignisses wurde vom Binger Amtmann Baron Frey von Dheren für den Magistrat der Stadt angeregt, eine Kapelle auf dem Rochusberg, der höchsten Erhebung der Stadt, zu bauen. Sie wurde bereits 1677 eingeweiht, jedoch in der Folgezeit in den kriegerischen Auseinandersetzungen mit französischen Truppen mehrmals zerstört und wiederaufgebaut.1889 schlägt der Blitz ein und wieder vernichtet das Feuer alles bis auf das Mauerwerk. Auf den Fundamentresten des einst barocken Baus entsteht dann die dreischiffige spätgotische Kirche mit einem Außenchor, wie sie heute zu sehen ist. Am 16. August wird seit Jahrhunderten der Rochustag feierlich begangen, an dem bereits auch Johann Wolfgang von Goethe 1814 teilnahm. Die Kirche ewird nur für für Gottesdienste geöffnet und ist nur im Eingangsbereich zu besichtigen. Der Innenraum ist durch Gitter geschützt.

Hildegard von Bingen (1098- 1179)

Bingen – Bildnis der Hildegard auf einem Altar in der Rochuskapelle.
Bingen – Bildnis der Hildegard auf einem Altar in der Rochuskapelle.

Es gibt kaum eine andere historische Persönlichkeit, die durch ihren Namen so nachhaltig für eine Stadt und eine Region wirbt als Hildegard von Bingen. Dabei ist weder ihr genauer Geburtsort bekannt und auch in ihrer Biografie gibt es zahlreiche Lücken und Widersprüche. Ihr regionaler Wirkungskreis im 12. Jahrhundert waren Klöster in der Rhein-Nahe-Region um Mainz, Bingen und Rüdesheim. Im Alter von etwa  14 Jahren wurde Hildegard um 1112 von ihrer wohlhabenden Familie ins Benediktinerkloster Disibodenberg gebracht, wo sie bis zur Gründung ihres eigenen Klosters auf dem etwa 30 km entfernten Rupertsberg bei Bingen bis 1150 blieb. Hildegard von Bingen gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters und Natur- und Heilkundige. Ihre Werke befassen sich unter anderem mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie.

Tourist-Info Bingen

Touristinformation
Rheinkai 21
55411 Bingen am Rhein
Telefon 06721 184-205 / -206
Webseite: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.bingen.de/tourismus

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Drususbrücke – eine der ältesten Steinbrücken in Deutschland

Die heutige wiederaufgebaute Drususbrücke in Bingen
Die heutige wiederaufgebaute Drususbrücke in Bingen

Die erste Drususbrücke war eine Holzbrücke, die kurz vor Christi Geburt der römische Heerführer Drusus über die Nahe erbauen ließ. Die erste Steinbrücke folgte um 70 n. Chr. die nach gut 800 Jahren von den Normannen um 891 zerstört wurde. Erst Erzbischof Willigis errichtete gut hundert Jahre später eine neue Steinbrücke über den Nebenfluss des Rheins. In einem Hohlraum des ersten Brückenpfeilers wurde eine kleine romanische Kapelle eingelassen, um den göttlichen Schutz zu gewährleisten. 1689 von den Franzosen zerstört, wurde sie abermals 1772 aufgebaut. Nach einer weiteren Zerstörung Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Drususbrücke um drei Meter verbreitert wiederaufgebaut. Am Tag des offenen Denkmals ist die Kapelle für Besucher meistens zugänglich.

Landesgartenschau Bingen 2008

Gärten am Rheinufer in Bingen – Erbe der Landesgartenschau
Gärten am Rheinufer in Bingen – Erbe der Landesgartenschau

Das Binger Rheinufer zwischen dem Autofähranleger und den ehemaligen Gleisanlagen in Bingerbrück wurde für die Landesgartenschau Rheinland-Pfalz komplett neu gestaltet. Auf 2,8 km Länge und 24 Hektar Ausstellungsfläche wurden Mustergärten und Parkanlagen angelegt, von denen die Binger Bevölkerung und die Touristen noch heute profitieren.

Impressionen aus Bingen

Bingen – Innenhof der Burg Klopp
Bingen – Innenhof der Burg Klopp
Bingen – Seitenansicht der Kirche St. Martin
Bingen – Seitenansicht der Kirche St. Martin
Bingen – Kreisel mit Skulptur Hildegrad von Bingen
Bingen – Kreisel mit Skulptur Hildegrad von Bingen