Erpel – die alte Herrlichkeit am Rhein

Blick auf Erpel von Remagen
Blick auf Erpel von Remagen

Vor der bekannten Erpeler Ley, eine steile Felsformation vulkanischen Ursprungs, liegt Erpel mit seinen romantischen Gassen und idyllischen Fachwerkhäusern, in denen zur Freude von Einheimischen und Touristen Cafés, Restaurants und Geschäfte untergebracht sind. Das Bild des Ortes prägen immer noch die vielen Häuser des 17. und 18. Jahrhunderts. Ein ehemaliger Fronhof des Kölner Domkapitels mit einer romanischen Durchfahrt an der Rheinuferstraße und ein stilistisch einwandfreies Rathaus von 1780 gehören neben dem Neutor im Norden, dem Rheintor und einigen Mauern der alten Stadtbefestigung zu den interessanten Sehenswürdigkeiten. Der Fernwanderweg Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden führt auf der Etappe von Unkel nach Leubsdorf durch den Ortsteil Orsberg und über die Erpeler Ley.

Aus der Geschichte von Erpel

Erpel – Gasse mit Fachwerkhäusern und Nordtor
Erpel – Gasse mit Fachwerkhäusern und Nordtor

Erpel ist alter kölnischer Besitz. Die Kölner Erzbischöfe und später das Kölner Domkapitel herrschten ab dem 12. Jahrhundert im schnell wachsenden Städtchen am Rhein, das 1420 sogar die Marktrechte erhielt. Der damals im Siebengebirge angebaute Wein war in Köln sehr beliebt und wurde von Erpel aus verschifft. Die Herrschaft Kurkölns endete 1803 nach über 500 Jahren. Das kurkölnische Gebiet in dieser Region wurde zunächst dem Fürstentum Nassau-Usingen zugeordnet  und 1815 an das Königreich Preußen abgetreten. Erpel wurde eine Gemeinde im damals neu gebildeten Kreis Linz und ab 1822 von der Bürgermeisterei Unkel im Kreis Neuwied verwaltet.

Kirche St. Severin in Erpel

Kirche St. Severin in Erpel

Die von 1240 bis 1250 gebaute Kirche St. Severin, benannt nach dem Kölner Erzbischof Severin aus dem 4. Jahrhundert, vereint mit frühromanischen Untergeschossen und einem frühgotischen Aufbau mit Chor beide Baustile. Der Kirchturm stammt von einer älteren einschiffigen Kirche, vermutlich aus dem 10. Jahrhundert. Im Turm ist die bekannte Osanna-Glocke aus dem Jahr 1388 zu sehen, die angeblich von Rainald von Dassel, der die Gebeine der Heiligen Drei Könige in den Kölner Dom brachte, dort untergebracht wurde. Im 15. Jahrhundert wurde ein Netzgewölbe im Kirchenschiff eingebaut.

Barockes Rathaus von 1780 in Erpel

Erpel – das barocke Rathaus von 1780

Das barocke Rathaus wurde 1780 an der Stelle der kleineren alten Bürgermeisterei aus dem Jahr 1624 mit einem Mansarddach und einem kleinem Dachreiter vom Baumeister Ignaz Freeg gebaut. Von 1803 bis 1966 war es im Besitz des alten Pfarrbezirks Erpel und von 1816 bis 1822 war es Residenz des Landrats des Kreises Linz. Das Rathaus wurde mit teils erheblichen Aufwand mehrmals renoviert, zuletzt 1990. Im Erdgeschoss sind die alte Kirchturmuhr, das alte Bürgermeisterbuch und ein Merianstich aus dem Jahr 1646 ausgestellt.

Erpeler Ley

Erpeler Ley – gut sichbar sind die erstarrten Basaltsäulen

Einer der bekanntesten Felsen im Rheinland ist die 136 Meter hohe Erpeler Ley, deren Ursprung ein Vulkanausbruch mit reichlich Lava ist. Das an der Erdoberfläche erkaltete Magma wird Lava genannt. Schon die Römer nutzten die Felsformation als Steinbruch. Seit 1941 steht die Erpeler Ley auch wegen ihrer wärmeliebenden Flora und Fauna unter Naturschutz. mit Goldaster, Federgras, Zippammer und Wanderfalke sind hier zu finden. Vom Plateau hat man einen weiten Panoramablick, der vom Siebengebirge und der Stadt Unkel über die Goldene Meile und die Römerstadt Remagen bis zur Mündung der Ahr, zur Stadt Linz am Rhein und weit hinein in die Eifel reicht. Auch eine Gaststätte und diverse Denkmäler sind auf der Höhe zu finden.

Ludendorff-Brücke von Remagen bis Erpel

Erpel – Brückenpfeiler der im Zweiten Weltkrieg gesprengten Brücke

Bekannt in der ganzen Welt sind Remagen und Erpel durch die Eroberung der Ludendorff-Brücke durch US-Truppen am 7. März 1945, die den Zweiten Weltkrieg wohl um Wochen verkürzte, da die Amerikaner einen großen Teil ihrer Truppen bis zum Einsturz am 17. März 1945 auf die rechtsrheinische Seite nach Erpel brachten. 1980 wurde in den Türmen der 1916-1918 erbauten Brücke auf der Remagener Seite das Friedensmuseum eröffnet, in dem viele Dokumente und Fotos zum Grauen des Krieges zu sehen sind.

Tourist-Info Erpel

Tourismus Siebengebirge GmbH
Drachenfelsstraße 51
53639 Königswinter
Tel.: 02223.917711
E-Mail: info@siebengebirge.com

Internet: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.siebengebirge.com/index.php/stadtrundgaenge/erpel

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