Mainz – Stadt und Sehenswürdigkeiten

Reduziert man die Landeshauptstadt Mainz auf das Wesentliche bleiben heute der Dom, der Karneval, die herzliche rheinische Mentalität und vielleicht Buchdruckerfinder Gutenberg und die Mainzelmännchen. Doch darüber hinaus hat die Stadt aber noch einiges mehr zu bieten. Sie liegt am Rhein gegenüber der Mainmündung und hat eine Altstadt mit Dom, vielen Fachwerkhäusern, mittelalterlichen Marktplätzen und vielen Sehenswürdigkeiten. Doch auch die Moderne hat in Form eines fast futuristischen Rathauses mit nebenstehender Rheingoldhalle und vielen anderen Bauten eine Heimat in Mainz gefunden.

Mainzer Wochenmarkt

Mainzer Wochenmarkt vor historischer Kulisse am Marktplatz
Mainzer Wochenmarkt vor historischer Kulisse am Marktplatz

Dienstags, Freitags und Samstags ist Wochenmarkt in der Altstadt auf dem Domplätzen rund um den im Renaissancestil gehaltenen Marktbrunnen mit seinen roten Pfeilern. Hier wird nicht nur Obst, Gemüse, Käse und Wurst eingekauft, sondern zwischen den Marktständen trifft sich Alt und Jung, lacht zusammen und stößt bereits am frühen Morgen mit einem Glas Wein an. Und das alles zu Füßen des ehrwürdigen Doms und unter dem gestrengen Blick von Buchdrucker Gutenberg.

Sehenswertes vom Mainzer Dom bis zum Fastnachtsbrunnen

Der Mainzer Dom

Mainzer Dom mit Blick auf den Ostchor
Mainzer Dom mit Blick auf den Ostchor

Das Stadtbild von Mainz ist natürlich auch heute, tausend Jahre nach seiner Erbauung, vom mit rotem Sandstein gebauten Dom geprägt. Nach dem üblichen Hin und Her in der Geschichte ließ Erzbischof Willigis den Mainzer Dom ab dem Jahre 975 als Zeichen der Bedeutung der Stadt errichten. Mainz war mit mehreren tausend Einwohnern für damalige Verhältnisse schon eine Großstadt und die Residenz des wichtigsten Reichsfürsten. Von Anfang an war der Dom als dreischiffige Pfeilerbasilika mit zwei Chören konzipiert, wobei der liturgische Schwerpunkt (im Gegensatz zu den meisten Kirchen) immer im Westen lag. Der Westchor mit dem Hochaltar und die Vierung waren Bischof und hohem Klerus vorbehalten. Nach einem Brand einen Tag vor der Weihe, vielen Baupausen und Verwüstungen ist 1239 das romanische Bauwerk in seiner bis heute erhaltenen Grundform und wesentlichen Gestaltung vollendet.

Chagall-Fenster in St. Stephan

Mainz – die Chagall-Fenster in St. Stephan
Mainz – die Chagall-Fenster in St. Stephan

Die ursprüngliche Kirche Sankt Stephan in Mainz wurde 990 von Erzbischof Willigis auf der höchsten Erhebung der Stadt gegründet und in der Folgezeit mehrmals dem Stil der Zeit angepasst. Bekannt geworden ist die Kirche durch die neun Chagall-Fenster, die auf Initiative des damaligen Pfarrers Klaus Mayer vom Künstler ab 1978 entworfen und in Schwarzlotmalerei eigenhändig ausgeführt wurden. Die Glasfläche aller neun von Marc Chagall geschaffenen Fenster im Ostchor und im Querhaus beträgt insgesamt 177,6 qm. Sie zeigen Szenen Szenen aus der Bibel, die bekannteste ist die Versuchung von Adam und Eva im Paradies. Die Fenster gehören heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Mainz.

Gutenberg-Museum

Mainz – Fassade des Gutenberg-Museum
Mainz – Fassade des Gutenberg-Museum

Mitten in Mainz zu Füßen des Doms steht eines der ältesten Druck- und Schriftmuseen der Welt: das Gutenberg-Museum, das dem gleichnamigen Erfinder des Buchdrucks, der um 1400 in Mainz geboren wurde, gewidmet ist. Nach der Beherrschung des Feuers und der Erfindung des Rads ist der Buchdruck die wichtigste Neuerung der letzten 600 Jahre für die Menschheit. Das Mainzer Museum widmet sich all dem, was mit Schrift, Papier und der Vervielfältigung durch Drucktechnik zu tun hat. Zu den größten Schätzen der Ausstellung gehören zwei originale Gutenberg-Bibeln aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Webseite des Museums Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.gutenberg-museum.de

Mainzer Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz

Mainz – der 9 Meter hohe Fastnachtsbrunnen mit über 200 Figuren
Mainz – der 9 Meter hohe Fastnachtsbrunnen mit über 200 Figuren

Am Schillerplatz in Mainz wird jedes Jahr die Fastnacht eröffnet. Was liegt also näher als hier einen mit mehr als 200 bronzenen Figuren bestückten großen fast neun Meter hohen Fastnachtsbrunnen zu bauen, der die typische Mainzer Lebensfreude plastisch manifestiert. 1967 wurde er feierlich im Beisein vom Stifter Ludwig Eckes von der Familie Eckes-Chantré enthüllt. Es tummeln sich eine Vielzahl an Figuren am Brunnen, die irgendetwas mit Narretei zu tun haben und teil kräftige Fratzen schneiden: Vater Rhein, der Mönch und der Mann mit dem Brett vor dem Kopf, die Katze, Till Eulenspiegel und die Stadtgöttin Mogontia, der Geldbeutelwäscher, der Paragraphenreiter oder auch St. Martin und Pegasus.

Eisenturm – mittelalterliches Stadttor

Eisenturm – spätromanisches Stadttor in Mainz
Eisenturm – spätromanisches Stadttor in Mainz

Der spätromanische Eisenturm in Mainz ist neben dem Holzturm und dem Alexanderturm ein Überbleisel der mittelalterlichen Stadtmauer, die ihren Ursprung in der römischen Lagerbefestigung hatte. Der Wachturm wurde Anfang des  13. Jahrhundert gebaut und diente zudem als Stadttor und später als Gefängnis. Sein prächtiges Äußeres mit zwei Löwenskulpturen verdankte er der im Mittelalter durch die Rheinschifffahrt stark frequentierten Rheinfront und dem Handelsschwerpunkt der Stadt am Rhein. Sein Name geht auf den nahen Markt der Eisenhändler zurück. Er wird heute vom Kunstverein als Ausstellungsort genutzt und kann nur am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.

Kurfürstliches Schloss – heute die gute Stube der Stadt und ein Museum

Mainz – Kurfürstliches Schloss am Rhein
Mainz – Kurfürstliches Schloss am Rhein

Das 75 Meter lange sandsteinrote Kurfürstliche Schloss ist in einzigartiger Weise von der deutschen Spätrenaissance geprägt. Mit dem Bau des ersten Gebäudes wurde bereits 1627 begonnen. Der Nordflügel des Kurfürstlichen Schlosses war im Wesentlichen erst 1752 fertig. Mit dem vom Rhein wegführenden Flügel wurde dann erst unter den späteren Mainzer Erzbischöfen begonnen. Zusammen mit dem Südflügel und der 1807 errichteten eingeschossigen Steinhalle besitzt das Schloss drei Flügel. Nach der Vertreibung des Adels wurden die Schlossräume als Kaserne, Lazarett, Gemäldegalerie, Stadtbibliothek und als Römisch-Germanisches Zentralmuseum genutzt. Letzteres ist bis heute im Ostflügel verblieben. Der Große Saal im Innern ist fast jedem deutschen Fernsehzuschauer durch die Fastnachtssitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" bekannt, die dort jedes Jahr vom ZDF aufgezeichnet wird.

Tourist-Info Mainz

Tourist Service Center
Brückenturm, Rheinstraße 55
Sommer-Öffnungszeiten: (1. April bis 31. Oktober)
Mo - Fr: 9:00 - 17:00 Uhr, Sa: 10:00 - 16:00 Uhr, So: geschlossen
Winter-Öffnungszeiten: (01. November bis 31. März)
Mo - Fr: 9:00 - 17:00 Uhr, Sa: 10:00 - 15:00 Uhr, So: geschlossen
Tel.: +49 (0)6131-242-888
E-Mail: tourist(at)mainzplus.com
Internet: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.mainz-tourismus.com

DruckenRhein-Eifel.TV - Reisen, Freizeit, Kultur & mehr bei YouTube.Rhein-Eifel.TV - Reisen, Freizeit, Kultur & mehr bei Facebook.Rhein-Eifel.TV - Reisen, Freizeit, Kultur & mehr bei Twitter.

Mainzer Dom und Buchdruckerfinder Gutenberg

Mainzer Dom mit Gutenberg-Denkmal © Norbert Conzen
Mainzer Dom mit Gutenberg-Denkmal © Norbert Conzen

Die Römer in Mainz – Römersteine und Isis- und Mater Magna-Heiligtum

Reste der römischen Wasserleitung, die Römersteine im Stadtteil Bretzenheim-Zahlbach
Reste der römischen Wasserleitung, die Römersteine im Stadtteil Bretzenheim-Zahlbach

Mainz wurde wie Köln von den Römern mit sicherem Blick für strategisch und verkehrsgünstige Lagen gegründet. Beindruckendes Zeugnis aus dieser Zeit sind die Römersteine im Stadtteil Bretzenheim-Zahlbach, 8 Meter hohe Reste der Pfeiler eines Aquädukts der Wasserleitung, das um 70 n. Chr. erbaut wurde. Mit der Wasserleitung in Mainz verwirklichte die antike Besatzungsmacht geradezu einen architektonischen Superlativ: das höchste Aquädukt nördlich der Alpen. Neben den Römersteinen ist sicherlich das im Jahre 2000 bei Bauarbeiten gefundene Isis- und Mater Magna-Heiligtum ein weiteres Mainzer Highlight. Die Reste des Heiligtums, das der altägyptischen Gottheit Isis und der orientalischen Mater Magna geweiht war und vermutlich bis ins 3. Jahrhundert genutzt wurde, sind unter der Römerpassage 1 in der Mainzer Innenstadt zu besichtigen.

Mainzelmännchen-Ampel

Mainz – sogar die Mainzelmännchen zeigen an den Ampeln rot und grün
Mainz – sogar die Mainzelmännchen zeigen an den Ampeln rot und grün

An einer ganzen Reihe von Ampeln im der Mainzer Innenstadt gibt das Mainzelmännchen "Der schlaue Det" seit 2016  für die Fußgänger das Kommando Rot und Grün. Anlässlich des 50. Geburtstages verlieh die Landeshauptstadt Mainz den Mainzelmännchen Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen in einer humorig angelegten Feier sogar die "Mainzelmännchen-Ehrenwürde". Mittlerweile wurden weitere Mainzelmännchen-Ampeln im Stadtgebiet installiert und sind zu richtigen Eyecatchern und Besuchermagneten geworden.

Mainzer Rathaus

Mainz – das in den 1970er-Jahren erbaute Rathaus
Mainz – das in den 1970er-Jahren erbaute Rathaus

Das Mainzer Rathaus mit einer Fassade aus Naturstein aus Norwegen und den bronzefarbenen Rastergittern ist zweifelsohne ein charakteristisches Gebäude mit ganz eigener Formsprache. Der Bau, am Rheinufer unweit der Theodor-Heuss-Brücke gelegen, wurde von den Bekannten Architekten Arne Jacobsen und Otto Weitling entworfen und von 1970 bis 1974 erbaut. Allerdings wurden wohl von den Architekten viele Dinge, wie die nicht ausreichende Erforschung der verwendeten Materialien sowie in Fehlern bei der Planung und Instandhaltung, nicht berücksichtigt. Das Gebäude ist nach Expertenmeinung heute stark sanierungsbedürftig und in Mainz debattiert man seit Jahren über die teure Sanierung.