Ralf Kramp, Autor und Verleger

Nach Abitur in Bad Münstereifel und einer Lehre als Maler und Lackierer in einem Euskirchener Betrieb widmete sich der 1963 geborene Ralf Kramp dem Zeichnen und Schreiben. Er arbeitete als Karikaturist für den Kölner Stadtanzeiger und veröffentlichte 1996 seinen ersten Kriminalroman "Tief unterm Laub", einen der ersten Öffnet internen Link im aktuellen FensterEifel-Krimis. Seitdem veröffentlichte Kramp zwei Dutzend Kriminalromane und ist seit 2002 als Verleger des KBV-Verlags aktiv. Seit 2007 betreibt er mit seiner Frau in Öffnet internen Link im aktuellen FensterHillesheim das Kriminalhaus, in dem eine Bibliothek mit über 30.000 Kriminalromanen und das Café Sherlock zu finden ist.

Video-Lesung "Totholz" mit Ralf Kramp

Ralf Kramp, Totholz, Eifel-Krimi, KBV-Verlag, ISBN 978-3-95446-44-0
Ralf Kramp, Totholz, Eifel-Krimi, KBV-Verlag, ISBN 978-3-95446-44-0

Leseprobe "Totholz"
Er bewegte sich parallel zu dem Waldweg, auf dem er die Autos entdeckt hatte. Noch waren sie durch das Gestrüpp nicht zu sehen, aber er hörte ihre Stimmen. Laute Kommandos, blecherne Töne aus Funkgeräten.
Über ihm flatterten ein paar aufgescheuchte Vögel durch die Baumkronen.
Jo versuchte, sich zu orientieren. Wenn man dort hinten den Volvo gefunden hatte, wo war Lorna? Assenmacher hatte gesagt, der Wagen sei gefunden worden, sonst nichts.
Er wandte langsam den Kopf nach links und rechts. Mit vorsichtigen Schritten drehte er sich einmal um die eigene Achse und pirschte sich näher heran. Vermutlich waren sie noch mit dem Wagen und der Auffindesituation beschäftigt. In kürzester Zeit würden sie hier den gesamten Wald durchkämmen. Konnte nicht mehr lange dauern.
Jetzt sah er sie. Im Zentrum der Aktivitäten stand der dunkelgrüne Geländewagen. Wie immer völlig dreckverkrustet. Er stand leicht schräg, als wäre er in aller Hast am Wegesrand abgestellt worden. Die rechten Räder waren im unbefestigten Waldboden neben dem Weg abgesackt. Hatte sie sich festgefahren? War sie vor etwas geflohen? Vor jemandem?
Jo ging in die Hocke. Assenmacher wedelte mit den Armen. Sein ausgestreckter Zeigefinger wies in verschiedene Richtungen zwischen die Baumreihen.
Drei uniformierte Polizisten und ein älteres Paar, Mann und Frau, waren in Gespräche vertieft. Die Fahrertür des Geländewagens stand weit offen.
Jo folgte mit dem Blick dem Waldweg. Sie war von der Straße abgebogen … dann ungefähr hundert Meter in den Wald hinein. Der Weg führte, wenn er sich nicht irrte, mitten durch die Fichtenschonung hindurch, fast bis runter nach Leudersdorf.
Da vorne gab es einen kleinen Wendeplatz, an dem Holz aufgeschichtet lag. War da nicht …? Er versuchte, sich zu erinnern. Wie war das noch gewesen? In seiner Kindheit hatten sie hier gespielt. Räuber und Gendarm natürlich. Er hatte schon damals nie der Gendarm sein wollen.
Ein kleiner Weg, der zu einer Hütte führte. Seine Erinnerung war nur verschwommen. Irgendwo da hinten. Eine alte Bruchbude, in der es stank, und in der sie sich mit Bierflaschen und Zeitungen vergnügten, die sie im Kaufladen in Schlehborn gemopst hatten. Praline, Wochenend … die Sachen aus dem obersten Regal eben, an die sie eigentlich nicht rankommen sollten. Und Zigaretten, klar. Wo war das gewesen? Da? Nein, da!
Hier, im Schatten der Bäume war es angenehm kühl. Dort, wo die Strahlen der Sommersonne durch das Blätterdach fielen, tanzten Mücken durch die Luft.
Da vorne wurde die wilde Struktur des ungezähmten Wuchses von ein paar waagerecht verlaufenden, geraden Linien durchbrochen. Das war das Dach.
Er bewegte sich vorsichtig rückwärts und richtete sich wieder auf. Von seiner jetzigen Position aus konnte er die bemooste Teerpappe erkennen. Keine zweihundert Schritte von der Stelle entfernt, an der das Auto stand, und doch fast nicht zu finden.
In gebückter Haltung schlug er die Richtung ein, in der die Hütte lag. Undeutlich nahm er Motorengeräusch wahr. Ein weiteres Auto kam den Waldweg heruntergerollt. Jetzt ging es los. Vielleicht hatten sie Blut im Auto gefunden, so wie er gestern Abend in der Mühle, dann würden sie sich endlich ein bisschen Mühe geben.

Infos Ralf Kramp

Ralf Kramp, Autor und Verleger bei der Lesung im Kriminalhaus, 2015 © Foto Norbert Conzen
Ralf Kramp, Autor und Verleger bei der Lesung im Kriminalhaus, 2015 © Foto Norbert Conzen

Veröffentlichungen (Auszug)

Tief unterm Laub (1996) ISBN 978-3-934638-11-2,
Spinner (1997) ISBN 978-3-934638-25-9,
Rabenschwarz (1998) ISBN 978-3-934638-35-8,
Der neunte Tod (1999) ISBN 978-3-934638-44-0,
Still und starr (2000) ISBN 978-3-934638-51-8,
Malerische Morde (2002) ISBN 978-3-934638-59-4,
Hart an der Grenze (2003) ISBN 978-3-937001-00-5,
Ein kaltes Haus (2004) ISBN 978-3-937001-09-8,
Totentänzer (2006) ISBN 978-3-937001-62-3,
Mords-Weihnacht (mit Monica Mirelli und Carsten Sebastian Henn) (2008) ISBN 978-3-940077-38-7,
Stimmen im Wald (2010) ISBN 978-3-940077-43-1,
Mords-Geburtstag (mit Monica Mirelli und Carsten Sebastian Henn) (2011) ISBN 978-3-942446-18-1,
Mords-Hochzeit (mit Monica Mirelli und Carsten Sebastian Henn) (2013) ISBN 978-3-942446-88-4,
Totholz (2015) ISBN 978-3-942446-44-0

Weitere Infos auf der Homepage Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ralfkramp.de

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