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Rothenburg ob der Tauber

Fachwerkhäuser und gotischer Turm des Rathauses
Fachwerkhäuser und gotischer Turm des Rathauses

Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken ist die bekannteste deutsche mittelalterliche Kleinstadt, die jährlich geschätzt von ca. 1,7 Millionen Touristen aus aller Welt besucht wird. Die Ursprünglichkeit des historischen Stadtkerns mit einer begehbaren Stadtbefestigung und hunderten Fachwerkhäusern wird seit Jahrzehnten mit viel Aufwand erhalten, denn das sehenswerte mittelalterliche Ensemble ist der Garant für stetig fließende Einnahmen durch den Tourismus. Das zentral gelegene Rothenburg wurde 1274 zur Reichsstadt erhoben und durchlebte bis zum Dreißigjährigen Krieg viele Höhen und Tiefen und fiel anschließend in eine Art Dornröschenschlaf.

Im Zuge der Romantik entdecken eine Reihe von Kunstmalern wie Hans Thoma oder Carl Spitzweg das gut erhaltene mittelalterliche Stadtbild mit den zahlreichen Türmen, Kirchen, Winkeln und Gassen. Um 1900 war Rothenburg dann ein beliebtes Tourismusziel für Engländer und Franzosen. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Stadt zerstört, die aber in der Nachkriegszeit geschickt im alten Stil wieder aufgebaut wurden. Trotz der bereits am Morgen einsetzenden Touristenflut ist Rothenburg ob der Tauber mit seinen stillen Ecken und einem Park ein lohnendes Ausflugsziel in Mittelfranken.

Sehenswürdigkeiten in Rothenburg ob der Tauber

Das Rathaus mit der Renaissance-Fassade (rechts), das Tanzhaus mit dem nebenstehenden Jagstheimerhaus
Das Rathaus mit der Renaissance-Fassade, das Tanzhaus mit dem nebenstehenden Jagstheimerhaus

Zahlreiche sehenswerte Gebäude sind in Rothenburg zu sehen: Zum Beispiel das Rathaus mit der Renaissance-Fassade, das Tanzhaus mit dem nebenstehenden Jagstheimerhaus, das Spitaltor, eine mächtige Torbefestigung oder das "Mittelalterliche Kriminalmuseum" mit Schandkorb und vielen Ausstellungsstücken aus der mittelalterlichen Rechtsgeschichte.

Rathaus

Renaissance-Fassade des Rathauses am Marktplatz
Renaissance-Fassade des Rathauses am Marktplatz

Im Zentrum der Stadt am Marktplatz steht das gigantische Rathaus mit der Renaissance-Fassade. In den Jahren 1572-78 wurde der neue Trakt neben dem gotischen Bau mit dem weißen Glockenturm nach einem Entwurf des einheimischen Baumeisters Leonhard Baumann erbaut. Inmitten der ganzen Fachwerkhäuser wirkt das Rathaus wie ein monumentales Schloss und drückt den einstigen Bürgerstolz der Rothenburger Bevölkerung aus. Er gilt als  der imposanteste Bau der Stilepoche nördlich der Alpen. Der Aufstieg auf den Rathausturm mit über 220 Stufen ist anstrengend aber dank des Ausblick ins Taubertal lohnend.

Ratstrinkstube am Marktplatz

Rothenburger Ratstrinkstube vor 1446 erbaut
Rothenburger Ratstrinkstube vor 1446 erbaut

Bereits vor 1446 hatte man die imposante Ratstrinkstube und Mehlwaage auf der nördlichen Seite des Marktplatzes errichtet. Den Zugang zu dem zweigeschossigen verputzten Fachwerkbau mit steilem Satteldach und einer astronomischen Uhr hatten ausschließlich Ratsmitglieder. Die Hauptuhr wurde 1683 angebracht. Seit 1910 öffnen sich an diesem Gebäude links und rechts von der Kunstuhr zwei Fenster mit Figuren – stündlich zwischen 10.00 Uhr und 22.00 Uhr – und zeigen die legendäre Geschichte des Meistertrunks.

Burgtor und Burggarten

Burgturm mit dem Wach- und dem Zollhäuschen am Burggarten
Burgturm mit dem Wach- und dem Zollhäuschen am Burggarten

An der Stelle der 1356 durch ein Erdbeben zerstörten lang gestreckten ehemaligen Burg, wurde um den alten Burgturm dieses Stadttor erbaut. Das Außentor mit dem Wach- und dem Zollhäuschen entstand vor 1600. Durch dieses Tor gelangt man in die grüne Oase Rothenburgs, den Burggarten. Ein herrlicher Blick auf die Stadt und die umliegenden Täler bietet sich hier rundum. Die Blasiuskapelle im Burggarten ist das einzige Gebäude der Reichsburg, die nicht durch das Erdbebenzerstört wurde. Sie ist heute eine Gedächtnisstätte.

Stadtmauer und Türme

Stadtmauer in Rothenburg ob der Tauber
Stadtmauer in Rothenburg ob der Tauber

Der alte Stadtkern von Rothenburg ob der Tauber ist umgeben von einer Stadtmauer mit noch sechs Toren und einigen Schlupflöchertörchen für Fußgänger. Über und entlang der Mauer führt der vier Kilometer lange Rothenburger Turmweg mit vielen erklärenden Informationstafeln und reizvollen Blicken auf das mittelalterliche Ensemble mit den 46 historischen Türmen. Im Süden der Altstadt findet sich mit der Spitaltorbastei der jüngste Teil der Stadtbefestigung aus dem Jahre 1537. Dort sind auch noch einige Kanonen zu sehen. Die Inschrift am Torbogen lautet „Pax intrantibus – salus exeuntibus“ – also „Friede den Eintretenden und Heil den Hinaustretenden“.

Das Plönlein – der kleine Platz mit Brunnen

Das bekannteste Fotomotiv in Rothenburg ist das sogenannte Plönlein. Viele sind der Meinung, das das gelbe Fachwerkhaus so genannt wird. Doch weit gefehlt: Übersetzt heißt der Begriff Plönlein nämlich „Kleiner Platz am Brunnen“. Zusehen sind links und rechts neben dem Haus die beiden Tore der alten Stadtmauer, links das Sieberstor, rechts das Kobolzeller Tor aus dem Jahr 1360.

Plönlein – bekanntestes Fotomotiv in Rothenburg
Plönlein – bekanntestes Fotomotiv in Rothenburg

St.-Jakobs-Kirche

Seitenansicht St.-Jakobs-Kirche
Seitenansicht St.-Jakobs-Kirche

Die ursprünglich katholische und jetzige evangelisch-lutherische Kirche St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber wurde zwischen 1311 und 1484 erbaut. Auffällig ist an dem von außen schlichten gotischen Sakralbau, dass er zwei unterschiedlich hohe Türme besitzt. Der Name der Stadtkirche ist Programm, denn Rothenburg ob der Tauber liegt an den Jakobswegen nach Santiago de Compostela. Meist über 1000 Pilger treffen jährlich in der Jakobskirche ein.

Heiligblut-Altar von Bildschnitzer Tilman Riemenschneider

Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider
Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider

Die St.-Jakobs-Kirche ist mit dem Heiligblut-Altar von Bildschnitzer Tilman Riemenschneider, einem der bedeutendsten deutschen mittelalterlichen Künstler, das Highlight für Kunstinteressierte: Die lichtdurchfluteten Schnitzereien mit ausdrucksstarken Gesichtern waren in damaliger Zeit revolutionär. Der Altar zeigt eine Reliquie in einer Bergkristallkapsel im oberen Kreuz, im zentralen durchbrochenen Schrein das letzte Abendmahl, im linken Flügel die Ölberg-Szene und im rechten Flügel den Einzug Jesu in Jerusalem. In der Kirche ist zudem der Zwölf-Boten-Altar aus dem Jahr 1466 mit einer geschnitzten Kreuzigungs- und Heiligengruppe absolut sehenswert.

Das Mittelalterliche Kriminalmuseum

Schandkorb am Kriminalmuseum
Schandkorb am Kriminalmuseum

Das Mittelalterliche Kriminalmuseum in Rothenburg gibt einen Einblick in das Rechtsgeschehen der letzten 1000 Jahre. Mit über 50.000 Exponaten aus über 1000 Jahren europäischer Justizgeschichte ist es eins der größten Museen zum Thema in Deutschland. Der Schwerpunkt der Themen und Exponate liegt auf dem Mittelalter. Der Ausstellungsrundgang orientiert sich am Gang des Strafverfahrens vom Ermittlungsverfahren bis hin zur Vollstreckung der Strafe. Themen-Inseln beleuchten darüber hinaus besondere Bereiche der Rechtsgeschichte, zum Beispiel Leibes- und Lebensstrafen, Freiheitsstrafen, Scharfrichter, Räuber und Hexen.

Blick auf Rothenburg ob der Tauber vom Burggarten aus

Blick auf Rothenburg ob der Tauber vom Burggarten aus

Tourist-Infos

Rothenburg Tourismus Service
Marktplatz 2
91541 Rothenburg ob der Tauber
Telefon 09861 / 404-800
E-Mail info@rothenburg.de

Web Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.rothenburg-tourismus.de

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