Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur

Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur – Innenbereich mit Vitrinen und Resten der römischen Therme
Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur – Innenbereich mit Vitrinen und Resten der römischen Therme

Der Kulturgeschichte des Badens ist das Museum für Badekultur in Zülpich gewidmet. Das Herzstück des modernen Museumsbau sind die Reste eines römischen Badehauses aus dem zweiten Jahrhundert nach Christi. Von römischen Badeartikel bis hin zu moderner Strandmode reicht die breite Palette der Ausstellungsstücke.

In Zülpich kreuzten sich einst die römischen Fernstraßen Köln - Reims und Trier - Xanten. Rasch entwickelte sich der von den Kelten gegründete Ort mit dem Namen Tolbiacum zu einer stattlichen Ansiedlung. Die römischen Anwohner und Durchreisenden (Köln war eine Tagesreise entfernt) verlangten bald nach ein bisschen Luxus auf dem Lande und so wurde um die Mitte des zweiten Jahrhunderts eine Therme gebaut, die in mehreren Bauphasen umgebaut und erweitert wurde.

Von der römischen bis zur heutigen Badewelt

Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur – Detail der römischen Heizung
Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur – Detail der römischen Heizung
Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur – preisgekröntes Gebäude
Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur – preisgekröntes Gebäude

Im Jahre 1997 wurde durch die Initiative des Zülpicher Geschichtsverein der Dornröschenschlaf der bereits seit 1931 teilweise ausgegrabenen römischen Badeanlage beendet und ein moderner Museumsbau darüber errichtet. Das Herzstück des Museums "Römerthemen Zülpich" sind die gut erhaltenen Reste des kompletten Badetraktes. Vom Warmbad über Schwitzbad und Heißbad bis zu den Kaltwasserbecken können hier die römischen Baderituale nachvollzogen werden.

Große steinerne Sitzwannen lassen erahnen, dass hier vor fast 2.000 Jahren eine richtig gut durchdachte Wellness-Oase mit Heizstellen und Abwasserkanälen war. Auf Leinentücher projizierte Filmsequenzen lassen im Museum Römerthermen Zülpich die römische Badekultur vor dem geistigen Auge Wirklichkeit werden. Vitrinen mit seltenen antiken Bade-Accessoires und einige Architektur- und Funktionsmodelle ergänzen das Ausstellungskonzept.

Im Obergeschoss des Museums wird das Thema Baden und Hygiene von der Zeit der industriellen Revolution bis heute in zahlreichen Exponaten behandelt. Mit der Industriellen Revolution erhielt der Aspekt der Hygiene einen anderen Stellenwert. In den Ballungsräumen war eine hygienische Grundversorgung unerlässlich, wollte man den aufkommenden Krankheiten und Epidemien künftig begegnen. Zahlreiche öffentliche Wasch- und Badehäuser wurden errichtet, die der individuellen Körperhygiene dienten und meist auch die Möglichkeit zum Wäschewaschen boten. Schwimmbecken als große Badewannen kamen im Laufe der Zeit hinzu. Mit der Zunahme der Bäder im privaten Bereich nahmen die Angebote der öffentlichen Bademöglichkeiten ab. Die Schwimmbäder beschränkten sich nun zumeist auf sportliche Angebote.

Neben den Installationen zur Geschichte des Badens finden die älteren Besucher im Obergeschoss auch ihnen bekannte Badezimmereinrichtungen aus den fünfziger und sechziger Jahren, was einem erschließt, warum das Museum den Untertitel "Museum der Badekultur" trägt.

Tourist-Infos Römerthermen Zülpich

Römerthermen Zülpich  – Museum der Badekultur
Andreas-Broicher-Platz 1 (ehemals Mühlenberg)
53909 Zülpich
Tel. 02252 - 83806-0

Alle Angaben Stand 1.2018

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag 10.00 bis 17.00, Samstag, Sonntag, Feiertage 11.00 bis 18.00 Uhr. Karfreitag, Ostersonntag und -montag, Pfingstmontag geöffnet. Geschlossen: Weiberfastnacht, Heiligabend (24.12.), 1. Weihnachtsfeiertag (25.12.), Silvester (31.12.), Neujahr (01.01.)

Eintritt:
Erwachsene 4,00 €, ermäßigt 3,00 €, Kinder / Jugendliche bis 18 J. frei. Sonderausstellung: Erwachsene 2,00 €, ermäßigt 1,50 €

Weitere Infos auf der Homepage Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.roemerthermen-zuelpich.de

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Aktuelle Ausstellung Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur

"Geheimnisse römischer Schmucksteine - Gemmennachschnitte von Gerhard Schmidt"
18.01.2020 - 07.05.2020

Schmucksteine – seit Jahrtausenden faszinieren sie die Menschen. Bereits zu Altbabylonischer Zeit, also vor 4.000 Jahren, wurden Edelsteine geschnitten. Aus den wertvollen Steinen wurden Szenen aus der Welt der Götter und Könige gearbeitet. Auch die Hethiter, Assyrer, Ägypter und Mykener beherrschten die Kunst des Steinschneidens. Im Laufe der Jahrhunderte erweiterte sich das Themenfeld und neben sakralen wurden auch profane Motive dargestellt.

Im Römischen Reich war die Nachfrage nach Schmucksteinen ungebrochen groß. Vom Siegelring bis zu den, rein der Zierde des menschlichen Körpers dienenden, Schmucksteinen gab es alles. Auf diesen Edelsteinen wurden nicht nur die mannigfachsten Themen dargestellt, auch die Qualität der technischen Bearbeitung war sehr unterschiedlich. War das Budget zu gering für einen Edel- oder Halbedelstein, so erwarb man ein aus Glas gegossenes Objekt. Dieses imitierte unter Umständen die Farben und Formen von Edel- und Schmucksteinen so gut, dass der Unterschied für den Laien kaum zu erkennen war.

Schmucksteine wurden im Römischen Reich jedoch auch zu Propagandazwecken genutzt. Es gibt große Prunkedelsteine, welche die Herrscherfamilien im Kreise von Gottheiten zeigen. Sie sollten den Machtanspruch des Herrscherhauses demonstrieren und festigen. Auch sollte der Zusammenhalt der Dynastie damit beschworen werden. Bis ins Detail ist heute noch nicht bekannt, mit welcher Technik diese großen und extrem seltenen und deshalb auch äußerst wertvollen Edelsteine bearbeitet worden sind.

Gerhard Schmidt aus Idar-Oberstein hat diese kostbare Gattung römischer Hofkunst an den weltweit verteilten Originalen untersucht und als professioneller Gemmenschneider die Fertigungstechnik experimentel erforscht. Neben originalen römischen Schmucksteinen aus dem privaten Bereich sind Nachschnitte der antiken Prunkkameen zu sehen – ein Überblick, der allein mit Originalen unmöglich wäre.
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