Zell (Mosel) – Weinbau, Schwarze Katz und Tourismus

Zell (Mosel) – Fußgängerzone in der Altstadt
Zell (Mosel) – Fußgängerzone in der Altstadt

Zell an der Mosel ist mit über 4000 Einwohnern eine der größeren Städte an der Mosel. In Ortskern von Zell gibt es ein umfangreiches Angebot an Gastronomiebetrieben sowie eine Fußgängerzone mit reichlich Geschäften. Aber auch ein großes Einkaufszentrum im hoch über der Mosel gelegenem Stadtteil Barl ist von überregionaler Bedeutung. Die engste Schleife der Mosel, die Zeller Hamm, ist das landschaftliche Highlight des Ortes und der Blick von den Aussichtspunkten auf den Höhen ist wirklich sehenswert.

Aus der Geschichte von Zell

Blick auf die Uferpromenade von Zell (Mosel)

Der Ursprung Zells geht auf eine römische Siedlung zurück, die 70 n. Chr. gegründet wurde. Der Ortsteil Kaimt wird 732/33 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1222 erhielt Zell die Stadtrechte. Die Stadtbefestigung, von der noch zwei Türme erhalten sind, wurde 1229 vollendet. Von der denkwürdigen Geschichte Zells erzählen allerdings nur noch wenige Bauten. 172 der alten Häuser in der Altstadt wurden durch zwei Brände in den Jahren 1848 und 1857 zerstört.

Weinbau und Schwarze Katz

Die Schwarze Katz – Weinlage in Zell oberhalb des Ortes

Traditionell wird wie fast im ganzen Moseltal rund um die Stadt Zell Riesling angebaut. Bekannteste Großlage ist die Schwarze Katz, die ihren Namen der Überlieferung nach von einer Katze hat, die sich während einer ausgedehnten Weinprobe im 19. Jahrhundert auf ein Weinfass gesetzt hat. Der Weinbau ist mit seinen über sechs Millionen Rebstöcken auch heute noch neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle der Stadt. Das bekannte Weinfest der Zeller Schwarze Katz findet immer am letzten Juni-Wochenende statt. Ein Brunnen mit fauchenden Kater von 1936 vor dem Rathaus ist der erfolgreichen "Schwarzen Katz" gewidmet.

Sehenswürdigkeiten in Zell (Mosel)

Zeller Schloss

Schloss in Zell (Mosel)

Das Zeller Schloss, ein burgartiges Eck- und Bollwerk, wurde im 12. Jahrhundert gebaut. Es ist ein spätgotischer Zweiflügelbau mit polygonalen Ecktürmchen. 1543 unter Kurfürst Johann von Hagen wird das Schloss umgebaut und ein neuer Straßenflügel fertiggestellt. Das Anwesen wird Sitz des Trierischen Amtmannes Vogt, nachdem die Burg Arras zerstört war. Ein Kleeblattbogen-Fries aus rotem Sandstein schmückt den alten Bau rundherum samt seinen beiden wuchtigen Türmen. Blendbogen und Maßwerk wurden beim Umbau teilweise erneuert. 1521 war Kaiser Maximilian mit großem Gefolge und 1847 Preussenkönig Friedrich Wilhelm IV. zu Gast im Schloss, das heute ein Hotel ist.

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Turm der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Zell (Mosel)

Sehenswert ist auch die katholische Pfarrkirche St. Peter in Zell. Ein Reliquienschrein aus der Zeit zwischen 1180 und 1190 aus Limoges in Frankreich mit einem Behältnis für eine Knochenreliquie des hl. Petrus und eine Muttergottes-Figur im linken Seitenaltar aus dem 15. Jahrhundert sind hier zu sehen. Auch der Taufstein auf der rechten Seite im Chor von 1576 und der Hochaltar sowie eine Kreuzigungsgruppe sind bemerkenswert.

Stadtbefestigung in Zell (Mosel)

Runder Turm am Friedhof – Teil der Stadtbefestigung
Der viereckige Turm auch Bachturm genannt

Von der Stadtbefestigung aus dem 13. bis 15. Jahrhundert sind unter anderem noch ein viereckiger Turm und ein dreigeschossiger runder Turm mit Schweifhaube vorhanden. Der mit Bruchsteinen gemauerte Viereckige Turm ist mit einer Höhe von 22 Metern der frühere Hauptturm der Stadtbefestigung. Er hat insgesamt 7 Stockwerke und diente neben dem Schutz vor Truppen aus dem Zeller Bachtal als Zollstation. Zwischenzeitlich diente der Turm auch als Amtsgefängnis. Durch die Lage am Zeller Bach wird der Turm ab dem Jahr 1626 als Bachturm bezeichnet. Der runde Turm ist mit einem Durchmesser von 6 Metern und einer Höher von 14 Metern das Wahrzeichen der Stadt Zell. Da im Turm Schießpulver gelagert wurde, wird der Turm auch Pulverturm genannt.

Historisches Rathaus

Historisches Rathaus in Zell (Mosel)

Das markante historische Rathaus von 1881, ein zweiflügeliger Backsteinbau mit Eckturm, ist nach umfangreicher Renovierung auch heute noch Sitz der Verwaltung und der Touristinfo. Zudem sind Stadtbücherei, das Wein-und Heimatmuseum und Veranstaltungsräume dort untergebracht. Mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sowohl im städtischen als auch im touristischen Bereich  unterstreicht es die Mittelpunktfunktion der Weinstadt Zell (Mosel).

Ehemaliger Bahnhof mit Turm in Zell (Mosel)

Ehemaliger Bahnhof von 1905 in Zell (Mosel)

In der Merlerstraße 47-49 steht der 1905 erbaute ehemalige Bahnhof der Moseltalbahn. Zell war von 1905 bis 1962 an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was auch den Tourismus begünstigte. Das Untergeschoss ist aus Bruchstein, das Obergeschoss teilweise ein Fachwerkbau. Der vorstehende Turm mit einer Schieferverkleidung war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die Bauteile stammen aus dem Jahre 1471. Heute wird das Gebäude als Winzerschenke des Weingutes Lehmen mit dem Namen "Zum alten Bahnhof" genutzt.

Kirchturm im Stadtteil Merl

Friedhof mit romanischen Kirchturm im Stadtteil Merl

Die alte romanische Pfarrkirche St. Michael wurde 1823 nach Übernahme der Klosterkirche abgebrochen, der romanische fünfgeschossige Turm blieb auf dem heutigen Merler Friedhof erhalten.Im Ortsteil Merl steht zudem die Pfarrkirche St. Michael, bis 1805 Klosterkirche des angegliederten Franziskanerkonvents. Die Kirche an der Durchfahrtsstraße nahe dem Moselufer besitzt auf dem Hochaltar ein Antwerpener Retabel, um 1520. Die Sakristei ist als einstütziger Raum mit nahezu quadratischem Grundriss errichtet. Im Pfarrsaal haben sich Reste mittelalterlicher Wandmalereien erhalten und der nicht öffentlich zugängliche Dachstuhl des alten Dormitoriums im Klosterflügel gilt als eine der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Dachkonstruktionen in Deutschland.

Marienburg oberhalb der Zeller Hamm an der Mosel

Blick auf die Marienburg vom Moseltal aus.

Die Marienburg liegt auf einem Bergkamm an der Moselschleife des Zeller Hamms oberhalb von Pünderich, Alf und Bullay. Die Ursprünge des Klosters Marienburg gehen auf eine kurtrierische Burg zurück, die im frühen Mittelalter an gleicher Stelle stand. Urkundlich belegt durch Papst Innocenz II. ist aber schon 1143, das die Abtei Springiersbach im Besitz der Kirche auf dem Petersberg ist.
Weiterlesen Öffnet internen Link im aktuellen FensterMarienburg

Infos Zell (Mosel)

Stadtverwaltung Zell (Mosel)
Balduinstraße 44
56856 Zell (Mosel)
Tel.: 06542 96960
Weitere Infos auf der Webseite Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.zell-mosel.com

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