Ursula-Legende: Von Köln nach Rom und zurück in den Tod

Bartholomäus Bruyn d. Ä., Martyrium der heiligen Ursula, um 1512-1515 (heftiges Gemetzel in Köln, die Hunnen töten die 11000 Jungfrauen)
Bartholomäus Bruyn d. Ä., Martyrium der heiligen Ursula, um 1512-1515 (heftiges Gemetzel in Köln, die Hunnen töten die 11000 Jungfrauen)

Die Legende um die hl. Ursula ist nach 500 entstanden und im Mittelalter immer weiter ausgeschmückt worden. Ein erster Beleg ist eine Inschrift aus dem 5. Jahrhundert, die in der romanischen Kirche St. Ursula in Köln aufbewahrt wird. Ihre Echtheit ist allerdings nicht gesichert.

Die Legende um die hl. Ursula ist nach 500 entstanden

Ursula-Legende in Köln: Meister der nördlichen Niederlande, Martyrium der heligen Ursula und der 11000 Jungfrauen (hier der Tod Ursulas durch den Pfeil des Hunnenprinzen, spätes 16. Jahrhundert
Ursula-Legende in Köln: Meister der nördlichen Niederlande, Martyrium der heligen Ursula und der 11000 Jungfrauen (hier der Tod Ursulas durch den Pfeil des Hunnenprinzen, spätes 16. Jahrhundert

Nach der Legende stammte Ursula aus der Bretagne. Sie lebte im 4. Jahrhundert und war eine Königstochter, die den Sohn des des Königs von England heiraten soll. Dieser war aber Heide, so dass Ursula drei Bedingungen stellte, die auch erfüllt wurden.

Innerhalb von drei Jahren sollte der Königssohn Prinz Aetherius getauft werden, eine Gruppe von 10 (oder 11?) Gefährtinnen und weitere 11.000 Jungfrauen sollte sich um Ursula versammeln und eine gemeinsame Wallfahrt nach Rom unternommen werden. Nach Rom ging es per Schiff, angeblich den Rhein hinauf. In Rom schließen sich der dortige Papst und laut einigen Legenden-Varianten auch Kardinäle und Bischöfe dem Pilgerzug an.

Zurück in Köln werden sämtliche Pilger von den Hunnen getötet, die die Stadt belagern. Lediglich Ursula wird verschont, da der Hunnenführer sie heiraten will. Als sie ablehnt, wird auch sie mit einem Pfeil getötet. Deshalb sind Schiff und Pfeil auch immer die Attribute, mit denen Ursula dargestellt wird. Alle diese Details der Ursula-Legende sind in zahllosen Gemälden aus dem Mittelalter festgehalten.

In den frühen Niederschriften der Ursula-Legende ist immer nur von 11 Jungfrauen die Rede. Die Zahl 11.000 geht wohl auf einen Lesefehler zurück. Wahrscheinlich wurde die Angabe „XI.M.V.“ statt als "11 martyres virgines" fälschlich als „11 milia virgines“ interpretiert.

Infos Ursula-Legende und Kölner Wappen

Weitere Infos zur Ursula-Legende im Web:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.koelntourismus.de/sehenswertes-kultur/stadtgeschichte/koelner-wappen.html

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.wikipedia.org/wiki/Ursula_von_Köln

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Das Kölner Stadtwappen geht zurück auf die Legende

Kölner Stadtwappen – Im Zuge der Gegenreformation wurde der Kult der Hl. Ursula durch die Jesuiten wiederbelebt und das bis dato blanke silberne Feld um die 11 Hermelinschwänze erweitert.
Kölner Stadtwappen – Im Zuge der Gegenreformation wurde der Kult der Hl. Ursula durch die Jesuiten wiederbelebt und das bis dato blanke silberne Feld um die 11 Hermelinschwänze erweitert.

Das Kölner Stadtwappen zeigt im oberen rot unterlegtem Teil drei goldene Kronen, die für die heiligen drei Könige stehen. Darunter sind auf weißen Grund elf schwarze Symbole zu sehen, die die elf Jungfrauen symbolisieren. Es sind jedoch keine Tropfen, Zungen oder Flammen, wie fälschlicherweise oft behauptet wird, sondern stilisierte Hermelinschwänze. Dies ist auf das bretonische Wappen aus Ursulas Heimat zurückzuführen. Die Farben Rot und Weiß gehen übrigens auf die Farben der Hanse und der freien Reichsstädte zurück.