Kölsch – die Brauereien und das Bier

Der Kölner Dom und die schmale Kölsch-Stangen © Foto Rhein-Eifel.TV
Der Kölner Dom und die schmale Kölsch-Stangen © Foto Rhein-Eifel.TV

Angeblich ist die Brautradition der Kölner bereits auf das Jahr 873 zurückzuführen; was allerdings von einigen Historikern bezweifelt wird. Belegt ist wohl ein Brauer namens Ezelin um 1170. Das Kölner Brauamt als Standesvertretung der Brauer besteht seit 1250. Der Verbundbrief, der der Stadt Köln als erster deutscher Stadt eine demokratische Verfassung sicherte, wurde auch von den Brauern unterzeichnet. Das Zunft-Siegel der Brauer auf der Urkunde belegt das.

Geschichte und die Kölsch-Stange

Kölsch-Kneipe Papa Joe in Köln
Kölsch-Kneipe Papa Joe in Köln
Kölsch-Kneipe Brauerei Peters
Kölsch-Kneipe Brauerei Peters

Dem 1396 gebildeten provisorischen Rat in Köln gehörten außer 15 Kaufleuten des alten "Weiten Rates" nun auch 27 Abgesandte der Handwerkerzünfte an, lediglich 5 Mitglieder des "Engen Rates", die den "Geschlechtern-Familien" angehörten, waren ebenfalls in ihm vertreten. Damit befreiten neben den Brauern auch die anderen bestehenden Handwerksvereinigungen die Stadt Köln von der herrschenden Obrigkeit (Patrizier-Familien). Der erste schriftlich erwähnte Kölner Brauer ist ein Henricus Medebruwer („Metbrauer“) aus der Bechergasse im Jahre 1285, der in Frankfurt geboren wurde. Gebraut wurde damals das Bier nicht mit Hopfen, sondern mit "Grut", was eine Kräutermischung ist. Und anstatt Hefe wurde die natürliche Luftgärung bevorzugt.

1438 gab es 21 Brauereien in Köln, die nach und nach auf das Brauen mit Hopfen umstellten. Das vielzitierte Bayerische Reinheitsgebot vom 23. April 1516 wurde bereits im Mai auch in Köln per Ratsbeschluss beachtet. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in der Domstadt rund 100 Hausbrauereien.

Bedingt durch die Industrialisierung und den dadurch verursachten Zuzug von Arbeitskräfte stieg der Bedarf nach Bier enorm, so dass große Brauereien entstanden, die alle neuen technischen Entwicklungen in den Brauprozess mit einbrachten, um größere Mengen zu produzieren. Trotz der Forcierung von untergärigen Bieren wie Pils und Export lies sich in Köln das obergärige damals noch trübe "Wieß", dem Vorläufer des heutigen Kölsch, nicht verdrängen.

Ab 1918 warb die Brauerei Sünner als erster mit dem Begriff "Kölsch", das jetzt wegen der verbesserten Filterung nicht mehr trüb war. Der Zweite Weltkrieg zerstörte einen Großteil der Brauereien. 1946 starteten nur zwei Brauereien, Dom und Sünner, den Neuanfang. Aber bereits 1960 brauten 24 Kölsch-Brauereien rund 500.000 Hektoliter Kölsch.

1963 entschied das Landgericht Köln, dass Kölsch nicht nur den Biertyp sondern auch die Herkunft ausweise. Allerdings wurde dieses Urteil erst 1980 bestätigt und seitdem darf Kölsch nur noch in Köln und der näheren Umgebung gebraut werden. Seit 1997 ist Kölsch eine europaweit geschützte Marke wie Cognac oder Champagner (Inhalts-, Herstellungs- und Herkunftsgarantie).

Brauart des Kölschs

Kölsch ist ein helles (gefiltertes) und obergäriges Vollbier mit einer durchschnittlichen Stammwürze von 11,3 Prozent und einem Alkoholgehalt von durchschnittlich 4,8 Prozent. "Kölsch" darf nur in Köln und Umgebung gebraut werden. Es ist europaweit als Marke geschützt. Kölsch wird traditionell aus einem schlanken, zylindrischen, relativ dünnwandigen Glas mit einem Inhalt von 0,2 Liter getrunken, ortsüblich als Kölschglas oder Stange bezeichnet.

Infos über Kölsch, das Bier in Köln

Kölner Brauerei-Verband e.V.
Paul-Schallück-Straße 10,
50939 Köln,
Tel.: 0221- 240 38 28,
E-Mail: info(at)kb-v.de

Weitere Infos auf der Homepage
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.koelner-brauerei-verband.de

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Kölsch-Brauereien & Marke

Serviertes Kölsch

Privatbrauerei Heinrich Reissdorf
Reissdorf (Ausstoß: rund 600 000 Hektoliter pro Jahr)
Privatbrauerei Gaffel

Gaffel, Richmodis, im Lohnbrauverfahren: Bürger und Garde
Radeberger, Haus Kölscher Brautradition
Gilden, Sion, Dom, Küppers, Sester, Peters, Rats, Giesler, Grenadier und Hansa sowie im Lohnbrauverfahren Ganser (rund 450 000 Hl)
Cölner Hofbräu Früh

Früh (rund 370 000 Hl)
Gebrüder Sünner
Sünner sowie im Lohnbrauverfahren: Traugott Simon, Severins, Stattgarde Colonia Ahoi, Schmitz, DuMont, Böll Bier (rund 40 000 Hl)
Brauerei zur Malzmühlen
Mühlen-Kölsch (rund 35 000 Hl)
Päffgen Kölsch
Päffgen Kölsch
Brauerei Heller
Hellers Kölsch
Bischoff Kölsch (Brühl)
Bischoff Kölsch
Erzquell-Brauerei Bielstein und Siegtal
Zunft sowie im Lohnbrauverfahren Schreckenskammer und Kolping
Hülchelner Urstoff Brauerei (Frechen)
Stecken und Bartmann

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