Kölner Karneval – seit 200 Jahren wird er in Köln gefeiert

Rosenmontagszug in Köln – Gemälde von Simon Meister (1796-1844), Der Kölner Rosenmontagszug des Jahres 1836 (1836; zugeschrieben), Öl auf Leinwand, © Kölnisches Stadtmuseum
Rosenmontagszug in Köln – Gemälde von Simon Meister (1796-1844), Der Kölner Rosenmontagszug des Jahres 1836 (1836; zugeschrieben), Öl auf Leinwand, © Kölnisches Stadtmuseum

Bereits um das Jahr 600 hatte Papst Gregor den Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit festgesetzt, die bis Ostern andauert. Es wurde in vielen Regionen Brauch den Winter mit viel Spektakel und ausschweifenden Treiben zu verjagen. Auch in Köln war dieser Brauch bereits im Mittelalter sehr beliebt. Im 16. Jahrhundert entstand die Gliederung der Tage vom Lutzenfastabend am Donnerstag (Wieverfastelovend) über den Kleinfastabend (Rosenmontag) bis zum Eschtag (Aschermittwoch). Esch ist das kölsche Wort für Asche in Bezug auf das Aschenkreuz in der Kirche.

1823 zog der erste geordnete Rosenmontagszug durch Köln

Clowns im Kölner Karneval © Foto Jürgen Raap
Clowns im Kölner Karneval © Foto Jürgen Raap

In der heutigen Form wird in Köln der Karneval seit 1823 gefeiert. Nach dem Verbot durch die Franzosen 1795 war der Straßenkarneval fast ausgestorben. Erst durch Gründung eines "Festordnenden Comités" kam wieder Leben in die Tradition.

Das Komitee bündelte das turbulente, ungezügelte Treiben in einem offiziellen Rosenmontagszug. Damals wurden auch die ersten Vereine wie die "Roten Funken" oder die "Hilligen Knäächte un Mägde" gegründet, Sitzungen abgehalten und der Karnevalsorden erfunden.

Ein Gemälde des Kölner Malers Simon Meister (1796-1844) zeigt den Rosenmontagszug des Jahres 1836. Das Bild zeigt den Neumarkt, dem damaligen Startpunkt des Zuges, mit einer Vielzahl an Gruppen. Voraus fährt ein Dampfwagen, ein aktueller Bezug auf die damalige Versuchsstrecke zwischen Köln und Bonn mit Dampfloks, denen Kutschen angehängt waren. Dahinter auf einem Schimmel der Bauer als Anführer des Zuges, gefolgt von der Gruppe Rote Funken.

1857 bestanden bereits 31 Karnevalsgesellschaften. Die im 19. Jahrhundert gegründeten Karnevalsgesellschaften "Große Karnevalsgesellschaft" und die "Große Kölner Karnevalsgesellschaft" rivalisierten anfangs, verständigten sich jedoch 1888 und bildeten gemeinsam das Festkomitee Kölner Karneval, das sich als Nachfolger des "Festordnenden Komitees" versteht und bis heute auch das Kölner Dreigestirn nominiert.

Der Kölner Rosenmontagszug ist heute der größte Umzug dieser Art in Deutschland und ist für die Stadt Köln zu einem großen Wirtschaftsfaktor geworden. Schätzungen zufolge werden gut 460 Millionen Euro während der Karnevalszeit in Köln umgesetzt. Mehrere Millionen Menschen besuchen die Stadt während der "fünften Jahreszeit" und am Rosenmontag säumen gut eine Million Besucher die Bürgersteige des Zugweges.

Ausgefallen ist der Rosenmontagszug mehrmals in Verbindung mit Kriegen, Besatzungen und Wirtschaftskrisen: Zum Beispiel 1871, 1915 bis 1926, 1940-1949 und zuletzt 1991 (Golfkrieg).

Infos Karneval in Köln

Tourist-Info Köln
KölnTourismus GmbH
Kardinal-Höffner-Platz 1
D - 50667 Köln
info‎@ ‎koelntourismus.de

Weitere Infos auf der Homepage
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Wissenswertes Kölner Karneval

Reiterkorps im Kölner Karneval © Foto Jürgen Raap
Reiterkorps im Kölner Karneval © Foto Jürgen Raap

Alaaf
Der typische traditionelle Narrenruf in Köln und dem linksrheinischen Umland ist „Kölle Alaaf“, ursprünglich ein Trinkspruch, der etwa "Alles weg" bedeutete. "Helau" ist in Köln tabu.

Lieder, die man kennen sollte

Zahlreiche Karnevalslieder sind Gassenhauer geworden. Angefangen hat es mit Willi Ostermann, dessen unzählige Lieder wie "Die Mösch", "Einmal am Rhein" oder "Kut erop! Kut erop! Kut erop!", zu Klassikern geworden sind, die noch heute im Kölner Karneval gesungen werden. Die rockenden Musikgruppen der Neuzeit wie Bläck Fööss, Höhner, Paveier, Räuber, Brings oder die frischen Newcomer mit Namen Kasalla haben weitere Karnevalslieder geliefert, die jeder Immi – so nennt der Kölner jeden, der nicht aus Köln kommt – kennen muß, um im Straßenkarneval zu überleben: "Drink doch ene met", "Viva Colonia", "Beinah", "Wenn et Trömmelche jeit", "Superjeile Zick", "Pirate".