Köln – Heinzelmännchen-Brunnen – Detail Weinbau
Köln – Heinzelmännchen-Brunnen – Detail Weinbau

Kölner Heinzelmännchen-Sage

Köln – Heinzeimännchen-Brunnen
Köln – Heinzeimännchen-Brunnen

Der Inhalt der Heinzelmännchen-Sage schildert das für die Kölner hilfreiche nächtliche Treiben, bei dem die kleinen Männchen mit den roten Zipfelmützen, die auch als Tarnkappen fungierten, alle möglichen Arbeiten erledigten.

Dem Bäcker halfen sie mit der großen Hochzeitstorte, dem Metzger schlachteten sie die Schweine, dem Schreiner sägten sie die bestellten Bretter, sie machten den Wein und füllten ihn in Fässer, stopften für die geplagten Hausfrauen die Strümpfe und wuschen für die geplagten Mütter die Windeln.

Kein Wunder also, dass sie sich in Köln großer Beliebtheit erfreuten und ihnen die meisten Leute eine Tasse Milch oder einen Teller mit Essen hinstellten, damit sie auch immer wiederkamen. "Wie war zu Cölln es doch vordem, Mit Heinzelmännchen so bequem!"

Der ganze Spuk hatte dann schließlich ein Ende, als eine neugierige Schneidergattin, die Heinzelmännchen unbedingt sehen wollte und Ihnen nachts eine Falle stellte. Sie streute Erbsen auf die Treppe. Kaum waren die ersten Männlein ein paar Stufen hinaufgelaufen, rutschten sie auf den runden Erbsen aus. Sie fielen unter lautem Gepolter und Wehegeschrei hinunter, wobei sie andere mitrissen und ihre Mützen verloren.

Die Schneiderfrau lachte laut auf und wurde entdeckt. "Eure Neugier werdet Ihr noch teuer bezahlen", grollte der Ober-Heinzelmann. Sie verschwanden und warden nie mehr gesehen und jeder Kölner muss seitdem, wie andere Leute auch, seine Arbeit selber machen.

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"Die Heinzelmännchen" – Gedicht (Ballade) von August Kopisch

Wie war zu Cölln es doch vordem,
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul: .... man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
Ehe man’s gedacht,
Die Männlein und schwärmten
Und klappten und lärmten
Und rupften
Und zupften
Und hüpften und trabten
Und putzten und schabten .....
Und eh ein Faulpelz noch erwacht, ...
War all sein Tagewerk ..... bereits gemacht!

Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die Spän’ und reckten sich;
Indessen kam die Geisterschaar
Und sah was da zu zimmern war:
Nahm Meißel und Beil
Und die Säg’ in Eil:
Sie sägten und stachen
Und hieben und brachen,
Berappten
Und kappten,
Visirten wie Falken
Und setzten die Balken .....
Eh sich’s der Zimmermann versah .....
Klapp, stand das ganze Haus ... schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Noth,
Die Heinzelmännchen backten Brodt.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich –
Und ächzten daher
Mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
Und wogen es richtig
Und hoben
Und schoben
Und fegten und backten
Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
Da rückte schon das Brodt, ... das neue, vor!

Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind,
Wie die Mühl’ im Wind:
Die klappten mit Beilen,
Die schnitzten an Speilen,
Die spülten,
Die wühlten
Und mengten und mischten
Und stopften und wischten.
That der Gesell die Augen auf:
Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!

Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer bis er niedersank,
Am hohlen Fasse schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein
Und schwefelten fein
Alle Fässer ein.
Und rollten und hoben
Mit Winden und Kloben,
Und schwenkten
Und senkten
Und gossen und panschten
Und mengten und manschten.
Und eh der Küfer noch erwacht:
War schon der Wein geschönt und fein gemacht!

Einst hatt’ ein Schneider große Pein:
Der Staatsrock sollte fertig sein;
Warf hin das Zeug und legte sich
Hin auf das Ohr und pflegte sich.
Da schlüpften sie frisch
In den Schneidertisch;
Und schnitten und rückten
Und nähten und stickten,
Und faßten
Und paßten
Und strichen und guckten
Und zupften und ruckten,
Und eh mein Schneiderlein erwacht:
War Bürgermeisters Rock bereits gemacht!

Neugierig war des Schneiders Weib,
Und macht sich diesen Zeitvertreib:
Streut Erbsen hin die andre Nacht,
Die Heinzelmännchen kommen sacht;
Eins fähret nun aus,
Schlägt hin im Haus,
Die gleiten von Stufen
Und plumpen in Kufen,
Die fallen
Mit Schallen,
Die lärmen und schreien
Und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
Mit Licht: husch, husch, husch, husch! – verschwinden All!

O weh nun sind sie alle fort
Und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonsten ruh’n,
Man muß nun Alles selber thun!
Ein Jeder muß fein
Selbst fleißig sein,
Und kratzen und schaben
Und rennen und traben
Und schniegeln
Und biegeln
Und klopfen und hacken
Und kochen und backen.
Ach, daß es noch wie damals wär!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!