Westwall-Bunker in der Schneifel – die Ruinen der Siegfried-Linie

Westwallbunkerruine in der Schneifel
Westwallbunkerruine in der Schneifel
Westwallbunkerruinen in der Schneifel – heute ein Lebensraum für viele bedrohte Tierarten
Westwallbunkerruinen in der Schneifel – heute ein Lebensraum für viele bedrohte Tierarten

Vor dem Zweiten Weltkrieg sollte auf einer Länge von 630 km von Kleve bis Basel ein uneinnehmbares Bollwerk westlich des Rheins entstehen. 8 Mio. Tonnen Zement, 1,2 Mio. Tonnen Eisen und über 950.000 Festmeter Holz wurden für die "Siegfried"-Linie verarbeitet, an dem zeitweise über eine halbe Million Menschen arbeiteten. Im Bereich der Schneifel wurden von 1938 bis 1940 ca. 170 Bunkeranlagen gebaut, teilweise nur gut hundert Meter voneinander entfernt. Im Altkreis Prüm waren es insgesamt mehr als 1.200 Bunker. Zusätzlich gab es noch auf einer Länge von 35 km eine gut 13 m breite Höckerlinie, die Panzer bis 36 Tonnen aufhalten konnten.

Die Ruinen der Siegfried-Linie aus dem Zweiten Weltkrieg. Die stolze Summe von 3,5 Mrd. RM wurde verbaut. In der Eifel wurden in fast allen Dörfern "Westwallarbeiter" einquartiert, deren Ausgaben einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung aber auch unangenehme Folgen wie den Anstieg der Kriminalität brachten.

Die Amerikaner bezeichneten diese Wehranlagen als "Siegfried-Line". Alte amerikanische Filmaufnahmen zeigen, wie gepanzerten Raupen die 1,5 m hohen Betonhöcker mit Erdrampen überbrückten. Der als uneinnehmbar geltende Westwall hatte aber gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mangels ausreichendem deutschen Besatzungspersonal nur eine hinhaltende Bedeutung und konnte die Alliierten kaum aufhalten.

Die Anlagen wurden nach dem Kriege von den Franzosen gesprengt und sind inzwischen, wenn überhaupt, nur noch als Trümmer erkennbar. Viele Bunkerruinen wurden um die Jahrtausendwende zugeschüttet und erst die vielen Proteste zeitgeschichtlich interessierter Bürger führten dazu, dass diese Arbeiten eingestellt wurden.

Geplant war, Infotafeln anzubringen, auf denen die verschiedenen Bunkertypen erklärt werden. Leider hat sich in dieser Hinsicht seit Jahren nichts getan.

Profitiert von den Ruinen hat die Tier- und Pflanzenwelt. Beim Zertrümmern der Anlagen wurden Zugänge zu den Hohlräumen für Kleinsäuger geschaffen. In den Betonfragmenten haben sich hervorragende Biotope für seltene Tiere und Pflanzen entwickelt. Wildkatze und Fledermäuse, seltene Moose und Flechten erobern diese feuchten Lebensräume.

Tourist-Info Westwallbunker in der Schneifel

Westwall-Bunkerruinen
An der L 20 von Ormont nach Brandscheid.

Parkplatz am Blockhaus "Schwarzer Mann". Ein Rundwanderweg ist ausgeschildert. Eine Einkehrmöglichkeit ist die Gaststätte "Blockhaus Schwarzer Mann" am Parkplatz.

Touristinfo: Haus des Gastes
Hahnplatz 1, 54595 Prüm
Telefon: (06551) 505
E-Mail: ti@pruem.de
Internet Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.pruem.de

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Schneifel-Wanderung: Vorbei an Bunkerruinen und dem Schwarzer Mann

Westwall-Wanderweg – Bunkerreste in der Schneifel

Durch den dichten Fichtenwald sind bereits hier erste Bunkerruinen des Zweiten Welkrieges zu sehen. Schließlich gelangt man zum Schwarzen Mann, den man hier jahrzehntelang vergeblich suchte. Nach den vielen Fragen von Touristen, wo denn der Schwarze Mann sei, haben sich einige Einheimische erbarmt und nach ihren Vorstellungen ein hölzernes Abbild jenes Mannes schnitzen lassen, den es nie gegeben hat. Schwarzer Mann heißt der höchste Berg der Schneifel, wohl deshalb, weil die schwarzen Gesichter der Bergleute des Bleialfer Bleierzwerk an den besonders bei schlechtem Wetter dunklen Waldrücken erinnerten. Öffnet internen Link im aktuellen FensterVideo und weiterlesen

DVD Sehenswerte Eifel - Hinweis