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Impressionen von der 5. Ausstellung "Gipfeltreffen"

Die Jury nominierte für die Ausstellung nach einem Punktesystem die Künstler Roland Alexander, D - Köln, Raymond Birgin, L - Asselborn, Michel Boetsch, F - Altkirch, Jean-Pierre Bredo, B - Stavelot, Norbert Conzen, D - Bornheim, Hilde Dedeurwaerder, B - Francorchamps, Ingrid Dickschat-Lorenz, D - Rhede, Franz Engler, D - Düsseldorf, Winfried Gille, D - Leichlingen, Johannes Hofbauer, D - Feldafing, Frank Hoffmann, D - Karlsruhe, Michael Hoffmann, D - Wuppertal, JujaX, D - Helmstedt, Hubert Kruft, D - Niederprüm, Roger Löcherbach, D - Essen, Heino Lonnemann, D - Köln, Hartmut Renner,und Elke Goldmann, D - Schorndorf, Winfried Tewes, B - Gouvy, Peter Wiener, A - Adnet/Salzburg.


4. Ausstellung "Jenseits des Wegweisers" 2006

Silvia Mack 2006"Zum vierten Mal veranstaltete der deutsch-belgische Kunstverein Artemedia am Skulpturenweg in der kleinen Eifelgemeinde Buchet seine Bienale. Gut hundert Künstler haben sich an der Ausschreibung zum Thema „Jenseits des Wegweisers“ beteiligt, 23 Akteure wurden von der Jury ausgewählt, wobei die Auswahlkriterien bei der Betrachtung der Schau nicht ganz ersichtlich werden. Zu stark ist das Qualitätsgefälle zwischen den einzelnen Künstlern und Kunstwerken, was sicherlich den ein oder anderen Künstler geärgert hat. Trotzdem ist es dem kleinen Verein gelungen einen Spiegel der heutigen Bildhauer- und Multimediakunst inklusive aller Künstlergenerationen zu zeigen. Die Tage des Ausstellungsaufbau tragen auf breiter Front zu einem regen Gedankenaustausch der Künstler untereinander bei. Die Installation aus Plexiglas und Holz „Step-in-Box 2“ des gebürtigen Kanadiers JOHN BERG zu Beginn des Skulpturenweges läßt erahnen, daß man von diesem Künstler noch einiges zum Thema „erweitertes Raum-Farb-Zeit-Gefühl“ erwarten darf. Die Arbeit wirkt ausgereift und solide umgesetzt. Die handwerklich perfekt mit Motorsäge bearbeiteten weißbemalten Holzstelen von BARBARA NEUHÄUSER und die ebenso in Form und Farbe überzeugenden Holzskulpturen von CHRISTA BAUMANN stehen für eine eher klassisch ausgerichtete Form der Bildhauerkunst. Wozu auch die Sandstein-Skulpturen von JOHANNES ZOLLER gehören, jedoch sind diese weitaus weniger überzeugend und formal überholt. Ärgerlich auch Zollers kleine Bronzen (Auflage 700!), die eher ins Möbelhausambiente gehören.

Jean Pirnay - Der Räuber 2006Inhaltlich interessant und formal ausgereift wirkt die Installation von ROMAN HAVERTZ, der einen Fischschwarm auf Weidenhölzer aufpflanzt und entlang des vor Ort befindlichen Bachlaufes plaziert. Auch ohne Erklärung des Künstlers findet der Betrachter hier Natur und Kunst in Einklang. Weiteren Raum für Interpretationen der Natur und ihrer Abläufe, vermittelt durch Kunst, lassen auch die Arbeiten der Biologin HEIKE ENDEMANN und die zu kleinen homogenen Gestellen zusammengebundenen Hölzer von SYLVIA MACK zu. Macks Objekte würde man gerne auch mal in größeren Dimensionen sehen. Verwundert ist man über die inhaltliche Qualität der Metallarbeiten des erst seit 1997 als Künstler tätigen Belgiers JEAN PIRNAY. Er hat sich jene große Portion Naivität bewahrt, die sich, unabhängig von Strömungen, jegliche Konvention erspart. Er schafft Imagination, die nur durch Kunst erreicht wird. Ein etwa 3,5 Meter hohes Kreuz mit Figur zeigt nicht den vermuteten Jesus, sondern einen der Diebe, die mit ihm gekreuzigt wurden, erkennbar durch die Art der Fixierung am Kreuz. Imagination schafft auch der verlassene Kaffetisch der Ateliergemeinschaft BRIGITTE KURZROCK und BIRGIT LITSCH. Hier hätte man sich noch weitere Arbeiten der Künstlerinnen gewünscht. RAUL RUTTI aus Peru hat vor Ort aus Metallschrott einer ausgebrannten Waldorfschule eine etwa 4 Meter hohe Skulptur mit dem Titel „Phoenix“ zusammengeschweißt und, wie in seinen anderen Arbeiten auch, durch Verbindung mit farbigen Textilbändern den unzerstörbaren Überlebensmut seiner und unserer Kultur dokumentiert." Dr. Egon Sender

Abb.: Oben links Silvia Mack, oben rechts Raul Rutti, unten Jean Pirnay

Kunstverein Artemedia e.V.

Kunstverein Artemedia e.V.
Hauptstraße 17, 54608 Buchet
Telefon 06555 1411

Der deutsch-belgisch-luxemburgische Kunstverein Artemedia in Buchet legt seinen Schwerpunkt auf eine zeitlich unregelmäßige aber jeweils beachtenswerte Ausstellung, die auf dem Ernest-Hemigway-Skulpturenweg am grenznahen Länderdreieck Deutschland-Belgien-Luxemburg stattfindet.

Skulptur von Roger Löcherbach

Gezeigt werden seit 2001 neben klassischen Skulpturen aus Stein, Holz und Metall, Installationen und Environments von jeweils zehn bis fünfzehn Künstlern aus Europa.


Gipfeltreffen-Installation "Wald im Wald" von Norbert Conzen

Kunstverein Artemedia Buchet - Norbert Conzen - Installation Wald im Wald von Conzen © Norbert Conzen

Die Installation "Wald im Wald" steht in einem Waldstück am Skulpturenweg und besteht aus einem 4 qm großen Raum mit acht Fenstern, in deren Innenraum ein Tisch mit einem geometrischen Waldmdell steht. Die Außenwände sind mit einer gespiegelten Waldszene bemalt, die wie eine Tarnung wirkt. Zusammen mit einer Videokonsole im Innern des Raumes, die das Kunstvideo “Wald 2008” in einer Enlosschleife zeigt, wird die Aufmerksamkeit des mediengewohnten Menschen auf diese “Naturbetrachtung” gelenkt.

Wald im Wald - Installationsdetail - Kunstverein Buchet 2006Die Konzentration des Betrachter richtet sich auf das künstlische Objekt und nicht mehr auf die natürliche Umgebung. Die Installation ist eine Anspielung auf unsere Mediengesellschaft, in der Wissen und Erfahrung fast nur noch über Medien und die ständige Widerholung von Wissen transportiert werden. Eine eigene subjektive und haptische Erfahrung wird nicht mehr gemacht, Wissen wird konsumiert, durch die Duplizität von Berichten in TV, Zeitung und Radio zu einer unerschütterlichen Glaubwürdigkeit gebracht.

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