Kloster Eberbach – ehemalige Zisterzienserabtei

Kloster Eberbach im Rheingau – Kreuzgang
Kloster Eberbach im Rheingau – Kreuzgang
Kloster Eberbach – Innenraum der Kirche
Kloster Eberbach – Innenraum der Kirche
Kloster Eberbach – Mönchdormitorium mit Kreuzrippengewölben, der Schlafsaal
Kloster Eberbach – Mönchdormitorium mit Kreuzrippengewölben, der Schlafsaal

1135 ließen sich im Kisselbachtal im Rheingau in der Nähe von Eltville am Rhein 13 Mönche des Zisterzienserordens unter Führung des Abtes Ruthard nieder und gründeten das Kloster Eberbach. Es war neben dem im Salmtal in der Eifel gelegenen Kloster Himmerod das einzige Tochterkloster von Clairvaux in Deutschland. Schnell widmeten sich die Mönche, gemäß der Zisterzienser-Regel "von der eigenen Arbeit zu leben", u. a. dem Weinbau und hatten recht schnell wirtschaftlichen Erfolg damit. Die Eberbacher Höfe entwickelten sich zur einer gut gehenden "Weinfabrik", in der zur Erntezeit an gut 10 Traubenpressen gearbeitet wurde.

Das Kloster im Rheingau und seine bewegte Geschichte. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts konnte zudem der im nahen Reichartshausen verschiffte Wein zollfrei an allen Anliegern vorüber transportiert werden. Die Gewinne stiegen und Kloster Eberbach konnte sich eigene Schiffe und ein großes Zwischenlager in Köln leisten.

Es folgten unruhige Zeiten, in denen das Kloster geplündert wurde, darunter die wertvolle Bibliothek, und zeitweise mussten die Mönche sogar das Eberbach verlassen. Erst Ende des 17. Jahrhunderts erholte sich das Kloster. Es folgte eine erneute Blütezeit, 30-40 Mönche  lebten von den Erträgen der gewaltigen Ländereien des Klosters, die Gebäude wurden teilweise im Stile des Barocks verändert. 1803 wurde das Eberbachkloster im Zuge der Säkularisation dem Hause Nassau zugesprochen und eine Weinbaudomäne gegründet. Im 19. Jahrhundert wurden Teile der Gebäude in ein Gefängnis und in eine "Irrenanstalt" umgewandelt. 1866 übernahmen die Preußen das Anwesen und führten die Weinbautradition fort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Kloster Eigentum des Bundeslandes Hessen und hessisches Staatsweingut. Teilweise wurden in der Folgezeit die Gebäude durch den Weinbaubetrieb in Mitleidenschaft gezogen. Schließlich wird 1998 die "Stiftung Kloster Eberbach" zur Erhaltung, Pflege und Öffnung der Klosteranlage eingesetzt. Nach wie vor ist der Wein das Hauptthema in Eberbach. In der bestens ausgestatteten Vinothek im ehemaligen Kelterhaus werden die edlen Tropfen einer Kundschaft aus der ganzen Welt angeboten.

Übrigens fanden von 1985 bis 1986 in den Klosterräumen die Innenaufnahmen zum bekannten Film "Der Name der Rose" mit Sean Connery in der Hauptrolle statt.

Die Gebäude im Kloster Eberbach

Nach dem Kassenhaus betritt der Besucher den Kreuzgang, der seine wechselvolle Baugeschichte vom 12. bis ins 20. Jahrhundert nicht verbergen kann: Wuchtige Romanik und filigrane Gotik sind zu sehen. Vom Kreuzgang selbst sind nur zwei Seiten erhalten. Der vor 1186 erbaute sehenswerte Kapitelsaal zeigt ein gotisches Sterngewölbe, das auf einem einzigen Mittelpfeiler ruht.

Das Prachtstück von Kloster Eberbach ist die 76 m lange Kirche, eine dreischiffige romanische Basilika, die später an der Südseite eine ganze Parade von gotischen Kapellen erhielt. Die große Anzahl von Kapellen war übrigens notwendig, da jeder Mönch täglich eine Messe lesen mußte. Teilweise sollen im Mittelalter bis zu 1000 Mönchen in Eberbach gelebt haben. Neben dem Kirchenraum ist der 74 m lange Schlafsaal im Obergeschoss, das Mönchdormitorium, mit Abstand das Highlight von Kloster Eberbach. Die in zwei Schiffe unterteilte Halle mit Kreuzrippengewölben gehört zu den beeindruckendsten gotischen Räumen in ganz Europa. Ursprünglich standen die Pritschen der Mönche hier frei im Raum. Später wurde der Saal in kleine Einzelzellen aufgeteilt.

Da alte Laienreflektorium wurde im 15. Jahrhundert zum Weinkeller umfunktioniert. Heute sind hier 12 historische große Traubenpressen ausgestellt, die älteste stammt aus Jahre 1668. Das Mönchsreflektorium im Untergeschoss der Nordseite ist erst zwischen 1720 bis 1724 entstanden. Sein Vorgänger war wesentlich größer. Vom alten Schlafsaal gelangt man in das Abteimuseum, die ehemalige Wärmestube des Klosters. Zahlreiche Ausstellungsstücke aus der Abteigeschichte und des Zisterzienserordens sind hier zu sehen.

Tourist-Info Kloster Eberbach

Stiftung Kloster Eberbach
D-65346 Eltville im Rheingau
Tel. +49 (0) 6723 9178-100
E-Mail: stiftung(at)kloster-eberbach.de

Öffnungszeiten April bis Oktober
Öffnung der Klosteranlage und Audioführung täglich 10.00 bis 18.00 Uhr. An Konzerttagen des Rheingau-Musik-Festivals muss das Kloster bereits um 17:00 Uhr geschlossen werden.
Regelführung - Klosterführung ohne Wein für Einzelpersonen: Freitag 15.00 Uhr,
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 Uhr, 13.00 Uhr und 15.00 Uhr. Im September zusätzlich um 12.15 Uhr (Samstag und Sonntag).
Öffnungszeiten November bis März
Öffnung der Klosteranlage und Audioführung täglich 11:00 bis 17:00 Uhr. Regelführung - Klosterführung ohne Wein: Samstag und Sonntag 14.00 Uhr
Führungen
An den Wochenenden bieten sich die so genannten Regelführungen für eine Besichtigung der Abtei mit einem Gästeführer an. Die Teilnahme ist für Einzelreisende und Gruppen bis fünf Personen ohne Voranmeldung möglich. Größere Gruppen sind gebeten, den geführten Rundgang zu einem individuellen Termin zu buchen.
Eintritt (Stand 2014)
7,50 € pro Person

Info über Kloster Eberbach auf der Homepage Öffnet externen Link in neuem Fensterkloster-eberbach.de

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Kloster Eberbach – Traubenpressen im Erdgeschoss
Kloster Eberbach – Traubenpressen im Erdgeschoss

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