Kirchen in der Eifel – Schatztruhen der Region

Die zahlreichen Kirchen und Klöster in der Eifel und an der Mosel sind architektonische Baudenkmaler und beherbergen eine unüberschaubare Zahl an wertvollen Kunstschätzen.

Bad Münstereifel – romanische Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria

Bad Münstereifel – romanische Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria

Das Benediktinerkloster, dem Münstereifel Entstehung und Namen verdankt, wurde 830 vom Prümer Kloster aus gegründet. Die Reliquien des römischen Märtyrerpaars Chrysanthus und Daria wurden 844 in das Kloster gebracht. Dadurch gewann es erheblich an Bedeutung und viele Pilger kamen nach Münstereifel. Die heutige dreischiffige, querschifflose Basilika wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Nach der Aufhebung des Klosters 1803 durch die Franzosen begann sie zu verfallen. 1872 stürzte der nordwestliche Flankenturm ein. 1890 folgten Wiederaufbau und Restaurierung. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Stiftskirche Bad Münstereifel

Jesuitenkirche Bad Münstereifel

Bad Münstereifel – Blick vom Berg auf die Jesuitenkirche

Die Jesuiten wirkten nun gut hundert Jahre in Kirche und Schule von Bad Münstereifel. Die Schule (heute: St. Michael-Gymnasium) war die einzige höhere Schule zwischen Köln und Trier. Das Kirchengebäude sollte schließlich mit Verfügung von 1868 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Ein Religionslehrer sorgte für eine Gebäudesicherung. Öffnet internen Link im aktuellen FensterVideo und Infos Jesuitenkirche Münstereifel

Blankenheim – Kirche St. Mariä Himmelfahrt

Blankenheim – Kirche St. Mariä Himmelfahrt

Die heute in der Pfarrkirche von Blankenheim aufgestellten drei Schnitzaltäre, die als geschlossenes Ensemble dieser Zeit eine Kostbarkeit darstellen, befanden sich ursprünglich in der Schlosskapelle. Es befinden sich spätgotische Schnitzgruppen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts darin. Weitere bemerkenswerte Stücke in der Blankenheimer Kirche sind die Sakramentsnische mit Durchsteckgitter, die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert und zwei spätgotische Chorstühle. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Kirche St. Mariä Himmelfahrt Blankenheim

Bleialf – seltene gotische Fresken in der Pfarrkiche

Neben den gotischen Fresken der südtiroler Sankt-Prokulus-Kirche in Naturns zählen die um 1500 geschaffenen Bleialfer Wandmalereien in der Kirche Mariä Himmelfahrt zu den ältesten und bedeutendsten in Europa, die viele Fachleute aus der ganzen Welt anziehen. Der Gemäldezyklus stellt den Zehn Geboten die Zehn Ägyptischen Plagen gegenüber. Der Künstler stellt die Gebote durch Menschen dar, die diese einhalten oder brechen, die Plagen werden durch abstrakte Kürzel dargestellt.
Weitere Infos auf der Seite Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche Mariä Himmelfahrt in Bleialf

Heimbach – Kirchen St. Clemens und St. Salvator

Heimbach – Chorraum mit barockem Altar in der Kirche St. Clemens

Am Hang gegenüber der Burg Hengebach in Heimbach liegen die alte Pfarrkirche St. Clemens von 1725 und die moderne Wallfahrtskirche St. Salvator von 1981. Heimbach ist seit Jahrhunderten ein bekannter Wallfahrtsort. Die eigens für die "Schmerzhafte Madonna" (im Zentrum des Schnitzaltars) im letzten Jahrhundert errichtete St. Salvator-Wallfahrtskirche ist jährlich der Anziehungspunkt für viele Gläubige. Der Mariawalder Schnitzaltar wurde in der Zeit der Säkularisation aus dem Kloster Mariawald in die Kirche von Heimbach übertragen. Er ist wohl das bedeutendste Kunstwerk seiner Zeit in der ganzen Nordeifel. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Kirchen in Heimbach

Mayen – Kirchen St. Clemens und Herz Jesu

Mayen – Kirche St. Clemens

Die schwerbeschädigte gotische Kirche St. Clemens, die mit ihrem verdrehten Turm schon immer das Wahrzeichen von Mayen war, wurde in mehreren Abschnitten nach den Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Der charakteristische Helm des Westturms wurde in einer gekürzten Form rekonstruiert. Im Innenraum der Hallenkirche haben lediglich einige Heiligenfiguren, ein Sakramentstürmchen und das alte Taufbecken die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg überstanden.

Mayens zweite große Kirche "Herz Jesu", nach nur 13 Monaten Bauzeit 1912 fertiggestellt, ist ein imposanter Bau mit 5 Türmen, die beiden Glockentürme davon sind 43 Meter hoch. Der 50 x 23 Meter breite Innenraum der Basilika hat wahrlich beachtliche Ausmaße. Er ist überwiegend mit ungewöhnlichen modernen Stücken ausgestattet. Öffnet internen Link im aktuellen FensterVideo und weitere Infos über die Kirchen in Mayen

Mirbach – Erlöserkirche – eine wahrlich kuriose Geschichte

Mirbach – Erlöserkirche von 1902

In Mirbach / Eifel bei Hillesheim wurde 1902 eine neuromanische Erlöserkirche errichtet, die bereits kurz nach ihrer Fertigstellung heftiger Kritik ausgesetzt war. Auch heute fragt man sich noch, warum in dem kleinen Eifelort Mirbach eine derart prächtige Kirche steht. Des Rätsels Lösung ist kurios und einfach. Ein Adeliger aus der wilhelminischen Zeit mit Namen Ernst Freiherr von Mirbach war auf der Suche nach seinen Urahnen auf den gleichnamigen Ort gestoßen und erklärte diesen ohne belegbare Dokumente kurzerhand zum seinem Ahnensitz. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos Kirche Mirbach

Monreal – Gotische Kirche

Monreal – im Hindergrund die aus Bruchsteinen erbaute gotische Kirche

Die gotische Kirche Heiligste Dreifaltigkeit in Monreal liegt mitten im Ort am Ufer der Elz. Sie wurde 1460 als Kirche eines Kollegiatstiftes aus Bruchstein erbaut. Ein Kollegiatstift ist eine "weltgeistliche" Gemeinschaft, die keiner Ordensgemeinschaft angehören. An der Westfassade erhebt sich der Glockenturm mit seinem spitz zulaufenden Pyramidendach. Die Außenwände gliedern die hoch angesetzten Strebepfeiler. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Kirche in Monreal

Münstermaifeld – historischer Ortskern und gewaltige Kirche

Münstermaifeld – ehemalige Stiftskirche

Sehenswert ist der malerische mittelalterliche Stadtkern in Zentrum von Münstermaifeld mit den verwinkelten Gassen, der Propstei und den klassizistischen Herrenhäusern, die den Marktplatz und die Kirche umgeben. Weithin sichtbar ist das Westwerk mit den beiden Türmen der ehemaligen Stiftskirche St. Martin und St. Severus, die auch als "Maifeldmünster" bezeichnet wird. Sie wurde im 12. bis 13. Jahrhundert im romanisch-gotischen Stil erbaut. Die Kirche besticht im Innern auch heute noch durch die Weite des Raumes und die beeindruckenden Gewölbe. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Kirche Münstermaifeld

Nideggen – sehenswerte romanische Basilika

Nideggen – romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert

Die wuchtige aber doch harmonische romanische Pfarrkirche St. Johannes Baptist ist wie der ganze Ort Nideggen aus Rotsandstein gebaut und wurde bereits gegen Ende des 12. Jh. in der Vorburg errichtet. Der harmonische Bau ist außen sparsam gegliedert, lediglich am Chor ist ein schmückender Rundbogenfries mit symbolhaften Menschen- und Tierköpfen angebracht. Der weite Innenraum der dreischiffigen Basilika mit einem flachgedeckten Mittelschiff öffnet den Blick auf die farbenprächtigen Fresken des Chores. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Kirche Nideggen

Prüm – sehenswerte Basilika mit bewegter Geschichte

Prüm – Altar und Chorgestühl in der Basilika

Die Basilika St. Salvator in Prüm und die angrenzenden ehemaligen Abteigebäude (ein Gymnasium ist heute dort untergebracht) sind die wichtigsten und auffälligsten Sehenswürdigkeiten von Prüm. Ein erster Höhepunkt in der Prümer Geschichte ist 799 die Einweihung der wegen ihres Reichtum so genannten "Goldenen Kirche" durch Papst Leo II. in Anwesenheit des Kaisers Karl der Große. Dessen Enkel Lothar I. trat sogar zum Ende seiner wüsten Tage ins Prümer Kloster als Mönch ein. Leider konnte er nicht lange sühnen, denn er verstarb sechs Tage später. Sein pompöses Grab, 1878 von Kaiser Wilhelm gestiftet, wurde im Chor der Prümer Basilika aufgestellt. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Basilika St. Salvator Prüm

Schleiden – Schlosskirche

Schleiden – Schlosskirche – Detail aus den berühmten Glasfenstern

Das Panorama von Schleiden wird vom wieder aufgebauten Schloss und der weithin sichtbaren gelben Schlosskirche dominiert. Der Vorgängerbau wurde 1230 als Burgkapelle geweiht. Die von außen recht unscheinbare Schlosskirche überrascht in ihrem Inneren mit einer dreischiffigen Halle. Der große Saalbau ist unverändert geblieben und einzigartig in der ganzen Eifel. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Schlosskirche Schleiden

Sinzig – Romanische Kirche St. Peter

Sinzig – Romanische Kirche St. Peter

Die Pfarrkirche St. Peter in Sinzig liegt auf einem Hügelsporn in der Nähe derAhrmündung. Bereits von weitem sieht man das Wahrzeichen von Sinzig, die auffällige rötlich-weiße Kirche St. Peter, ein unter Fachleuten geschätztes Meisterwerk der Spätromanik. Sie ist einer der wichtigsten Sakralbauten im gesamten Rheinland. In einer Kapelle in der Kirche liegt der sogenannte "Vogt von Sinzig", eine mumifizierte Leiche, in einem Glassarg. Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Infos und Video Kirche in Sinzig

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Von Bad Münstereifel bis Sinzig

Kronenburg – ein einzelner Pfeiler trägt das ganze Gewölbe der Kronenburger "Einstützenkirche" von 1508. Der Kirchturm diente gleichzeitig als zusätzlicher Wehrturm der Burganlage.
Kronenburg – ein einzelner Pfeiler trägt das ganze Gewölbe der Kronenburger "Einstützenkirche" von 1508. Der Kirchturm diente gleichzeitig als zusätzlicher Wehrturm der Burganlage

Gut 4500 Kirchen gibt es in Deutschland, davon ein beträchtlicher Teil in Rheinland und Eifel. Darunter sind die vielen Pfarr- oder Gemeindekirchen, die Klosterkirchen oder auch die Bischofskirche, die bei den Katholiken als Kathedrale oder Dom bezeichnet werden. Der Großteil der christlichen Kirchen folgt vier Grundrissen, die sich aus den frühzeitlichen und mittelalterlichen Idealvorstellungen eines Gotteshauses entwickelt haben.

Als erste Grundform hat sich im römischen Reich die BASILIKA entwickelt. Das Wort Basilika kommt aus dem griechischen und bedeutet Königshalle. Ihr Innenraum ist in durch Säulenreihen getrennte Längsschiffe, meistens drei, aufgeteilt.

Dieses Schema wurde von der altchristlichen und romanischen Architektur übernommen. Charakteristisch für eine Basilika ist, das das Mittelschiff höher als die Seitenschiffe ist. Beispiele sind die Münstereifeler Stiftskirche oder St. Salvator in Prüm.

Die SAALKIRCHE ist ein einschiffiges Gebäude mit nur einem Raum, dem meist noch ein Chor angegliedert ist. Der Innenraum ist nicht durch Säulen oder Stützen unterteilt. Viele kleine Dorfkirchen, wie z. B. St. Clemens in Heimbach, Sankt Margaretha in Ormont oder St. Martin in Nettersheim sind Saalbauten.

Eine HALLENKIRCHE ähnelt der Basilika, die Seitenschiffe sind jedoch genauso oder fast so hoch wie das Mittelschiff. Ein Beispiel ist die katholische Kirche St. Lauritius in Ahrweiler. Aus der ursprünglich einschiffigen Saalkirche St. Mariä Geburt in Baasem (Gemeinde Dahlem) wurde durch die Erweiterung um 1510 eine zweischiffige spätgotische Hallenkirche.

Die vierte Grundform ist der ZENTRALBAU, bei dem die Hauptachsen gleich lang sind. Daraus ergeben sich z. B. kreuzförmige, quadratische, ovale oder kreisförmige Grundrisse. Der Zentralraum im Aachener Dom, die Pfalzkapelle, ist ein Zentralbau oder auch die romanische Kirche St. Gereon in Köln.

Neben diesen Grundformen gibt es darüber hinaus eine ganze Reihe von Sonderbauformen. Die in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaute Kapelle in Buchet in der Schneifel bei Prüm hat als Grundriss die Form eines Buchenblattes, dessen Rippen sich im Gebälk der Decke aus Eifeler Fichtenholz widerspiegeln.