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Zu Beginn der Bauphase der Feldkapelle in Wachendorf wurden 112 Baumstämme im Wald von Bad Münstereifel für das Innengerüst der Kapelle geschlagen. Die wurden zu einem kleinen, zeltartigen Raum zusammengefügt, der nun in Schichten von etwa 50 cm mit Beton aus einer Mischung aus rötlich-gelben Sand, Flusskies und Zement verkleidet wurde. Dabei wurde die Betonmischung in 24 Tagen schichtweise von den vielen Helfern gestampft, eine alte Handwerkstechnik.
Als der zwölf Meter hohe Turm fertig war, wurden die Baustämme im Innern durch ein drei Wochen brennendes Feuer geköhlert. Der Innenraum wurde also freigebrannt.
Der brenzliche Geruch ist noch heute in der Andachtsstätte wahrnehmbar. Etwa 300 Glas-Halbkugeln sind in den Wänden eingelassen, durch die ein fast meditatives Licht ins Innere der Kapelle dringt.
Die Kapelle ist an der Spitze offen und bei Regen sammelt sich ein kleiner See auf dem Boden, der aus einem Blei-Zinngemisch ist – eine Verbindung zur ehemaligen Bleiberg-Stadt Mechernich. Somit fließen, wie konzeptionell geplant, alle vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) in den Bau ein.
Der fensterlose Turmbau hat trotz seiner Größe und Masse durch das äußere Stampfmuster im Beton etwas filigranes, fast südländisches. Der düstere zeltartige Innenraum mit den vielen Lichtpunkten und der rußgeschwärzten unregelmäßigen Wandstruktur hat etwas Höhlenartiges, was das spätere Leben in der Einsiedelei von Bruder Klaus durchaus interpretiert, Dieser steht als Halbfigur auf einer eigenwilligen bronzenen Stele des Schweizer Bildhauers Hans Josephsohn in der Feldkapelle Wachendorf, die sich wegen ihres kleinen Innenraums nur für die persönliche Meditation eignet.
Film-Tipp: Die moderne St.-Barbara-Kapelle in Buchet, die wie ein Buchenblatt geformt ist.

Die fünfeckige Bruder-Klaus-Kapelle in Mechernich Wachendorf wurde von 2005 bis 2007 nach Entwürfen des Schweizer Architekten Peter Zumthor (der auch das Kölner Museum Kolomba entworfen hat) von der Familie Scheidtweiler als Stifterin und Bauherrin und vielen Helfern errichtet. Sie ist dem 1947 von Pius XII heilig gesprochenen Bruder Klaus gewidmet.
Öffnungszeiten
Während der Sommerzeit von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr, während der Winterzeit von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Montags bleibt die Kapelle geschlossen.
http://www.feldkapelle.de/
Anreise
Die Feldkapelle ist nur zu Fuß in etwa15 Minuten über einen leicht ansteigenden Weg zu erreichen. Parkmöglichkeiten für Autos bestehen ausschließlich auf dem ausgeschilderten Parkplatz am Ortsrand von Wachendorf in Richtung Lessenich.
Als Reiseziel ausschließlich architektonisch Interessierter ist die Feldkapelle von der Stifterfamilie nicht beabsichtigt!