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Elke Pistor

Elke Pistor © Elke Pistor

Den Spagat zwischen Köln und ihrer alten Heimat, der Eifel, schafft Elke Pistor mühelos und bezeichnet sich selbst als „vollintegrierte Rheinlandeiflerin“. 1967 in der Nordeifel  geboren, aufgewachsen und geprägt, studierte sie in Köln und entschied sich, nach einem kurzen Stopp am Niederrhein, doch für die Domstadt. Sie lebt dort mit Mann, Kindern, Katzen vom Krimi schreiben und mordet sich mit dem größten Vergnügen in schriftlicher  Kurz- und Langform unter besonderer Berücksichtigung der Eifel quer durch alle Gesellschaftsschichten, Personenkreise und Landschaften.

Steckbrief:

• 2011 "Luftkurmord" Fortsetzung der erfolgreichen Eifel-Krimiserie um die Kommissarin Ina Weinz
Kurzkrimis erschienen in: Tatort Eifel 3, Mördchen fürs Örtchen,
• Mordsmütter, Krimineller Ruhrpott, Nord Mord West; Euregio-Krimi
• 2011 Short-List Nominierung für den NordMordAward mit dem Kurzkrimi
• "Der Westerhever"
• 2011 Benennung zur Glauser-Jury 2013 in der Sparte Debut
• 2011 "Das Portal" - Köln Mystery Thriller
• 2011 Jurymitglied zum Schreibwettbewerb der BBSchulen in Leverkusen
• 2011 Mitglied "DeLia"
• 2010 "Gemünder Blut" 1. Eifel-Krimi mit der Kommissarin Ina Weinz
• 2010 Criminale Nordeifel
• 2010 Mitglied im "Syndikat"
• 2009 Mitglied bei den "Mörderischen Schwestern"
• 2009 "Für den Wind und die Vögel" Der 1. Fall für die Kommsissarin Ina Weinz erscheint in der Anthologie "Mortus in Colonia


Film-Tipp Nationalpark Eifel

Ein Originalschauplatz im Krimi Luftkurmord


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"Luftkurmord" - der neue Eifelkrimi mit Ina Weinz (Emons Verlag)

Film-Lesung: "Luftkurmord" mit Elke Pistor

Cover Luftkurmord - Elke PistorSie ist jung. Sie ist einsam. Und sie ist tot. Der Schock über den vermeintlichen Selbstmord der Stadtangestellten sitzt tief. Aber nicht tief genug, um das Thema Nummer 1 im Luftkurort Gemünd zu verdrängen: den Protest gegen den geplanten Wiederaufbau eines historischen Hotels mitten im Nationalpark Eifel.

Als die Wortführerin der Protestbewegung, eine Freundin der Toten, spurlos verschwindet, beginnt Kommissarin Ina Weinz zu ermitteln. Wie weit gehen die Gegner des Projekts? Wer sind die Drahtzieher? Als eine weitere Leiche an der Hotelbaustelle gefunden wird, erkennt Ina die Zusammenhänge und bringt sich damit in größte Gefahr.

Leseprobe:

»Darfst du überhaupt mit mir sprechen?« Andrea lehnte sich auf dem Stuhl zurück und verschränkte die Arme. Ich ließ die Tür einen Spaltbreit offen, ging zum dem schmalen Tisch und setzte ich mich ihr gegenüber.
»Wusstest du, dass die Sache eskalieren würde?«, fragte ich sie und legte einen Schreibblock samt Kugelschreiber zwischen uns beide. Andrea biss sich auf die Unterlippe, schwieg aber.
»Du hast mir gesagt, du wolltest Leute mobilisieren.« Ich beugte mich vor. »Diese Leute?«
Andrea wandte den Kopf ab und schlug ihre Beine übereinander. Sie mied meinen Blick.
»Das waren keine Gemünder, Andrea.«
Sie zuckte zusammen. »Natürlich waren da auch Gemünder
dabei! Meinst du, es ist den Leuten egal, was hier über ihre Köpfe hinweg entschieden wird?«
»Die Gemünder bekommen doch ihren Hintern nur im allergrößten Notfall hoch. Und dich würden sie ja schon mal gar nicht unterstützen.« Ich griff nach dem Kugelschreiber.
»Ach, und warum nicht?«
»Weil du eine bist, die zwar von hier ist, sich aber nicht wie eine von hier benimmt. Du fällst aus der Rolle, und das mögen sie nicht. Weder im Guten noch im Schlechten. Sie beneiden dich um die Freiheit, die du dir nimmst, und um das, was du auf die Beine stellst. Deswegen strafen sie dich mit Nichtachtung.«
Andrea lachte bitter. »Redest du jetzt von mir oder von dir?«
Ich schwieg.
»Was ist los mit dir, Ina?« Andrea entknotete ihre Arme und beugte sich ebenfalls über die Tischplatte, bis sie mit ihren Händen meine Finger berührte. »Wirst du nicht wütend, wenn irgend so eine dahergelaufene Wirtschaftsheuschrecke mitten im Nationalpark ein Hotel bauen will? Nichts, aber auch gar nichts hat das Unternehmen mit der Eifel am Hut!«
Ich zog meine Hände zurück. »Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob die Idee wirklich so schlecht ist, wie du immer behauptest. Immerhin bringt es Arbeitsplätze, und die können wir hier gut gebrauchen.«
»Ach was!« Andrea sprang auf, und ihr Stuhl rutschte krachend nach hinten. »So ein Unsinn. Weißt du was passieren wird? Sie setzen das Hotel in die geschützte Landschaft, greifen womöglich noch Fördergelder ab, und wenn es dann nicht rentabel ist, ziehen sie den Schwanz ein und lassen die Stadt Schleiden mit dem Teil allein dastehen.«
»Alles in Ordnung?« Ein Kollege steckte den Kopf durch den Türspalt und machte Anstalten hereinzukommen. Ich hob die Hand und winkte ab. »Ja, alles okay«, murmelte ich und sagte dann, mit Blick auf Andrea: »Setz dich.«
Sie ballte die Fäuste, verkrampfte sich für einen kurzen Moment und machte ein wütendes Geräusch.
»Setz dich, Andrea.«
Sie blieb stehen.
»Es geht auch gar nicht darum, was ich von der Sache halte oder wie ich dazu stehe. Es geht darum, ob ich dich gleich gehen lassen kann, oder ob ich dich festsetzen muss.«
»Ohne Anklage zu erheben darfst du mich höchstens bis morgen um Mitternacht hier festhalten.«
»Ach was.«
»Oder du musst mich einem Haftrichter vorstellen.«
»Andrea! Jetzt hör mit dem Scheiß auf«, knurrte ich. »Wir sind Freundinnen, und ich versuche, das Beste für dich aus der Situation hier zu machen.«